Monate: November 2010

Wir brauchen mehr persönliche Krokodile!

Über Wandel, oder neudeutsch Change-Management, wird viel geschrieben, meist sehr mystifizierter Kram. Oft unkonkret und ohne praktischen Nutzwert. Und Veränderungskompetenz ist nun mal auf-die-Straße-gebrachtes Veränderungsmanagement.Nun hat vor kurzem Eliyahu Goldratt – der schon in den 80er durch das zum Klassiker avancierte Buch „Das Ziel“ und die dahinter stehende Theory of Constraints einem breiten Publikum bekannt wurde –  ein neues Werk veröffentlicht, das sich mit den typischen Widerständen gegen Veränderung auseinandersetzt.  Kernelement seiner Ausführungen ist eine 4-Felder Matrix, die die vier Facetten des Wandel-Widerstandes beschreibt. Das folgende Video verdeutlicht diese Zusammenhänge sehr plakativ: Außerdem möchte ich Ihnen in diesem Zusammenhang einen Beitrag von Paul Bayer ans Herz legen, der in seinem empfehlenswerten Blog »Wandelweb« die Zusammenhänge in dem Beitrag »Die vier Seiten des Wandels« sehr prägnant zusammenfasst. Aber was heißt das nun? Wir sind uns alle einig: tiefgreifender Wandel in Organisationen setzt vor allem eine Verhaltens-Veränderung der Führungskräfte, beginnend mit dem Top-Management voraus. Wenn Veränderungsinitiativen scheitern – und das tun reichlich viele – dann nicht primär, weil die Mitarbeiter ’nicht im Boot sind‘, sondern weil das …

Der Mythos lebt: Schuldzuweisung ist Wertschöpfung!

Kaum habe ich meinen Blogbeitrag zum Thema »Schuldzuweisung ist Wertschöpfung« veröffentlicht, darf ich auch schon drei Tage später ein ganz plakatives Beispiel erleben: Weltmarktführer in der Getränkeindustrie-Ausrüstung. Top-Management-Runde. Acht Personen. Ziel 2011: Endgültig Lean Management als ganzheitliches System im Unternehmen implementieren. Explosives Geschäftsumfeld: Der Markt wurde 2009 stark gebeutelt, hat eklatante Überkapazitäten, die Chinesen drängen mit Gewalt auch in dieses Geschäftsfeld. Das Produkt ist commodity und Substitutprodukte gibt es noch und nöcher. Der Markt reagiert nur noch auf Preise und – Achtung! – auf Lieferzeit, respektive Liefertreue. Also doch noch eine Chance? Ja! Die Geschäftsleitung lud mich ein, um einen ersten Hoshin-Kanri Workshop zu leiten – also die Ableitung von Durchbruchszielen aus der Unternehmensstrategie und Kaskadierung der Ziele. Es war wie in einem guten Orchester: die Violinen beschweren sich über die Cellos, die Cellos über die Bässe und alle gemeinsam über die Holzbläser. Die machen »das Blech« für den Missklang verantwortlich, die sich ihrerseits bitterlich über die Rhythmussektion beschweren. Mein Opa Reiner hat es seinerzeit auf den Punkt gebracht: »Was ist der Unterschied zwischen einem Orchester …