Monate: August 2014

New Work #3: Oose Innovative Informatik

Zwei Gedanken über Führung. Erstens: Menschen führen heißt nicht Vorgaben machen! Eher schon entsteht Führung durch guten Rat. Zweitens: Einzelnen Menschen Macht zu geben und sie zu Führungskräften zu machen, ist schwierig bis unmöglich! Denn die Komplexität der Realität macht es doch gar nicht möglich, zu entscheiden, wer zukünftigen Herausforderungen als Führungskraft gewachsen ist! Dieses intelligente und differenzierende Verständnis von Führung ist das der oose Innovative Informatik GmbH. Hier gibt es konsequenterweise keine Führungskräfte! Sondern nur Führungsarbeit – und die kann jeder übernehmen. Derjenige Mitarbeiter mit der meisten Kompetenz in einem Bereich und den hilfreichsten Ratschlägen übernimmt temporär die Führung, indem er seine Fähigkeiten mit den anderen teilt. Mithilfe ihres tiefen Verständnisses von komplexen sozialen Systemen – wesentliche Voraussetzung, um moderne Organisationen gestalten zu können – hat oose die Latte bemerkenswert hoch gelegt. Hier geht es nicht um Kuschelkurs und ein paar mehr Freiheiten für Mitarbeiter. oose hat in den letzten Jahren völlig abseits der klassischen tayloristischen Paradigmen eine moderne, zeitgemäße Organisation entwickelt, die Höchstleistungen erbringt. Diese neuen Paradigmen und Gestaltungsprinzipien in der Unternehmensführung führen …

Das Einmaleins der New Worker

Ihren Wunscharbeitgeber gibt es vermutlich nicht. Doch das muss kein Problem sein! Einfach selbst gründen. Und dabei auf keinen Fall auf das Gründer-Einmaleins hören! So haben es die 32 Gründer von Dark Horse gemacht. Es ist ihnen wichtiger, Spaß im Beruf zu haben, als Goldbarren zu horten. Dazu hat die international operierende Design-Thinking-Schmiede mit gleich drei Gründungstabus gebrochen: Gründe niemals mit Freunden eine Firma. Gründe nie mit mehr als drei Leuten. Stecke all deine Zeit in dein Start-Up. Zu allem Überfluss verzichten die 32 Freunde auch noch auf jegliche Hierarchien. Das funktioniert gerade, weil alle sich seit dem Studium kennen, mögen und sich ohne Wenn und Aber in ihr Unternehmen stürzen. Spannend ist auch, dass die Teammitglieder aus 25 verschiedenen Disziplinen kommen und für Dark Horse nicht in Vollzeit arbeiten, sondern sich Inspirationen in den unterschiedlichsten Jobs zwischen Natur- und Geisteswissenschaften holen. Selten bin ich auf ein Unternehmen gestoßen, dass seine sozialen Kompetenzen, Interaktionen und Kommunikationsweisen so professionalisiert und seine Organisationsstruktur so gründlich durchdenkt. Was dabei rauskommt? Ein Strudel aus nachhaltigen Innovationen und Ideen. Und …

Turbulente Zeiten? Alles safe!

In den kommenden acht Wochen stelle ich auf meinem Blog Unternehmen vor, die New Work lieben und praktizieren. Heute: allsafe JUNGFALK Plötzliches Kinderglück? Unvorhersehbare Schicksalsschläge? Die allsafe JUNGFALK GmbH & Co. KG ist auf Veränderungen im Leben ihrer Mitarbeiter bestens vorbereitet. Das Unternehmen hat sich vor einigen Jahren auf den Weg begeben, ein Intrinsifier zu werden und ist bereits bemerkenswerte Schritte gegangen: Mitarbeiter haben größtmöglichen Gestaltungsfreiraum bei der Wahl von Arbeitsort, Arbeitszeit und Projekten. Sie arbeiten selbstbestimmt und sinngetrieben. Neue und erfolgreiche Formen der (Zusammen-)Arbeit funktionieren nicht nur in Berlin oder in hippen Agenturen und Hightech-Startups. Das Unternehmen aus Engen im äußersten Süden Badens hat sich von den herkömmlichen Organisationsformen radikal abgewandt, um sich zeitgemäß den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu stellen. Und warum das Ganze? Ist doch klar: es funktioniert einfach besser! Der Hersteller von Ladungssicherungs-Systemen für Nutzfahrzeuge und Flugzeuge hat nicht nur ein sehr pragmatisches und flexibles Organisationsmodell. Das Unternehmen ist vor allem stolz darauf, in allen Bereichen des Unternehmens freies und eigenverantwortliches Arbeiten zu ermöglichen.Denn nur so erreicht das Unternehmen eines seiner …

Die New-Work-Revolution ist da! … Nur: Wo ist sie denn?

Karriere-Expertin Svenja Hofert lieferte mir mit ihrem Blogbeitrag »Luther der Neuzeit« neulich eine Steilvorlage. Weil sie den Bogen raus hat, polarisierte sie darin herrlich und stellte New Work ins Abseits der Theorie: »Wo sind die Unternehmen die dies suchen? Zeigen Sie mir diese, bitte! Ich finde Sie nicht.« Da konnte ich nicht an mich halten und ging mit einem eigenen Blogbeitrag steil: Nur weil sie New Work nicht sehen könne, dürfe sie doch daraus nicht schließen, dass es New Work nicht gäbe! Danach wurde die Diskussion differenziert und wirklich futterhaltig. Welche Brille gibt uns Durchblick? Svenja Hofert, und mit ihr viele weitere Menschen, vertreten die Ansicht, dass New Work ein sehr kleines Phänomen sei, nur selten zu beobachten wäre und in traditionellen Branchen wie beispielsweise Maschinen- oder Schiffbau in naher Zukunft schon mal gar nicht zu erwarten wäre. Ich bin anderer Meinung und halte das für einen Wrong Turn: Einen klassischen Beobachtungsfehler. Nun schlägt Frau Hofert hier vor, das nicht zuletzt in den USA sehr einflussreiche Modell ›Spiral Dynamics‹ heranzuziehen, um die in Frage gestellte Existenz …