Monate: Juni 2015

Möge die Macht mit Dir sein

Möge die Macht mit Dir sein

Schulen sind ja schon manchmal witzig. Neulich beim Elternabend erzählt die Lehrerin einem Raum voller Erwachsener, dass die Kinder als nächstes die Knochen der Frösche lernen werden. Soweit, so gut, denke ich mir. »Und welche Lernmethode soll damit vermittelt werden?« »Welche Lernmethode? Nee, nee, es geht um die Knochen vom Frosch. Die Kinder sollen wissen, wie das Skelett aussieht.« Oh, entschuldige, wie naiv von mir! Zu denken, dass da ein tieferer Sinn dahintersteckt, als etwas zu vermitteln, das die Kinder bei Bedarf im Internet nachlesen könnten … Reine Wissensvermittlung, ohne Mehrwert für das Leben. Wie sinnlos! Die Kinder werden es trotzdem lernen. Aber mit der Debatte über Lehrpläne und das Schulsystem möchte ich Sie verschonen. Es geht mir um etwas ganz anderes. Etwas, das sich auch in jedem Unternehmen wiederfindet: Und zwar Wissen und wie es weitergegeben wird! Wenn ein Vorarbeiter weiß, wie eine Maschine eingestellt werden muss, dann erklärt er es seinen Kollegen. Wenn die Marketingchefin weiß, in welchem Format der Pressetext an die Redaktion geschickt werden muss, dass sagt sie das ihrem jungen …

Ep. 45 Vorhersage -Die kindliche Naivität von Big Data-Jüngern

Episode 45 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Was für ein Sauwetter in einer so wundervollen Stadt. Dabei haben sie doch sogar gestern noch trockenes Wetter angesagt und lockere Bewölkung. Wo ist das hier eine lockere Bewölkung? Mist! Aber ich hoffe ,dass die Wettervorhersagen bald besser werden. Die Aussicht dafür ist ja auch ganz gut, denn die ganzen Big Data-Granden und Vordenker suggerieren uns ja, dass wenn wir nur noch mehr Daten von der Vergangenheit hätten, ja dass wir dann auch noch deutlich besser die Zukunft voraus sagen könnten. Ich hoffe die Meteorologen, die Wetterleute sind die ersten die sich mit den ganzen neuen Methoden auch wirklich beschäftigen, das wäre wirklich großartig. Aber insgeheim befürchte ich, dass sie nur einen rigorosen Denkfehler aufliegen und die Meteorologen das schon lange wissen. Denn aus der Vergangenheit die Zukunft vorher zu sagen …hm… also Big Data beleuchtet die Vergangenheit. Daraus die Zukunft vorherzusagen, erscheint mir eher kindliche Naivität zu sein.  

Ep. 44 Einiges Europa! Ach ja?

Episode 44 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Einiges Europa – so heißt es. Ich habe vor geraumer Zeit eine Wohnung in meiner neuen Wahlheimat Barcelona angemietet und nun möchte ich mich natürlich dort bei den hiesigen Stadtwerken, also bei der ›Endesa‹ anmelden, um dort Strom zu beziehen. Und ein Telefon- und Internetanschluss wäre eigentlich auch ganz hilfreich. Und um diese Anschlüsse, dies Kontrakte zu bekommen, braucht man in Spanien ein spanisches, ein lokales Bankkonto. Und um dieses Konto zu eröffnen, benötigt man eine sogenannte N.I.E. – man könnte sagen eine Ausländernummer. Und jetzt wird es amüsant, denn wenn man in Spanien die N.I.E. beantragen will, so bekommt man gesagt, dass man die selbstverständlich bekäme, wenn man ein Guthaben in Höhe von irgendwas mit 5.500 EUR nachweisen könnte. Achtung! Auf einem spanischen Konto. Man beachte den Zirkelbezug. Glücklicherweise ist der Generalkonsul hier in Hamburg deutlich unbürokratischer und hat mir natürlich nach entsprechenden Formularen und Kopien und Durchschriften und Gebühren eine solche N.I.E. ausgestellt. Obwohl, abwarten … ich habe sie ja nur beantragt. Mir wird sie per …

Ep. 43 Aus Fehlern kann man lernen? Irrtum!

Episode 43 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Ja das Leben ist grau. Es ist nicht schwarz, es ist nicht weiß, es ist eben beides. Und gerade deswegen müssen wir lernen, so klar zwischen weiß und schwarz zu unterscheiden. Deswegen reicht es nicht über einzelne Begriffe zu fabulieren, wir müssen den Unterschied herausstellen. Sonst ist jedes Gerede über grau nur Quacksalberei. Und grau ist dann auf einmal immer nur eine Abweichung von weiß oder von schwarz. Ein schönes Beispiel ist die Debatte, die ewige, um Fehlerkultur. Und wir müssten doch Fehler begrüßen, weil man doch aus Fehlern lernen könne. Das klappt nur, wenn man Fehler mit Irrtum verwechselt. Wenn man also schwarz und weiß gleich setzt. Mein Vorschlag wäre eher, lassen wir uns Fehler als das falsche Verhalten begreifen, obwohl ich weiß was richtig ist. Also z.B. bei Rot über die Ampel fahren. Und Irrtum als das,  was auf einer Annahme über die Welt beruht und die sich dann beim späteren Handeln als falsch herausstellt. Aus Irrtümern kann man hervorragend lernen. Aus Fehlern überhaupt nicht. Der einzige Weg …

New Work – Doch nur eine Schnapsidee?

Ich glaube, nein, ich bin mir sicher, ich habe mich geirrt. Sonst bin es ja ich, der Denkfehler aufdeckt, doch diesmal ist mir wohl selbst einer unterlaufen. New Work – mehr Freiräume, weniger Hierarchien, mehr Teams, mehr Selbstverantwortung, mehr Kommunikationsräume. Arbeit so zu gestalten, fand ich ja eine tolle Idee. Auf meinem Blog habe ich auch New-Work-Unternehmen vorgestellt, damit sie für andere als Beispiel und Anreiz dienen können, die Arbeit im eigenen Unternehmen anders zu gestalten. Und wenn sich die New Worker darüber aufregten, dass sich so wenige Topmanager mit dieser Option beschäftigten, dann hatte ich dafür vollstes Verständnis. Schließlich war ich auch der Meinung, dass eine attraktiver gestaltete und an die Komplexität angepasste Arbeit zu einem erfolgreicheren Unternehmen führen würden. Mittlerweile frage ich mich aber, ob es als Manager nicht sogar klug ist, sich NICHT mit New Work zu befassen. Warum? Die Hauptaufgabe von Unternehmen ist es, Überlebensfähigkeit herzustellen und zu erhalten. Wenn sich die Wirtschaft ändert, dann ändern sich von außen (Kunden, Lieferanten, Partner) die Ansprüche an die Unternehmen. Führungskräfte oder Chefs – …

Ep. 42 Demokratie im Unternehmen

Episode 42 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Derzeit wird ja wieder eine neue Organisationsdiskussion voller Inbrunst geführt, nämlich die, dass bzw. ob Unternehmen demokratisiert werden müssen. Nach meinem Dafürhalten vermischt sich da eine sehr moralische und eine zutiefst ideologische Überzeugung. Und die beiden treten dann gegen einander an. Die Moralisten argumentieren tendenziell so, dass es doch per se richtig sei — moralisch gefestigter und besser — wenn Mitarbeiter im Unternehmen intensiver beteiligt werden. Während die Ideologen meinen, das ginge halt gar nicht, sonst käme es ja nicht zu einer Entscheidung und die müsse nun schon mal von dem Chef getroffen werden. Ich halte beides für Unsinn. Also zum einem ist die Demokratie ja für einen ganz anderen Zweck geschaffen, bzw. hat sich eher für einen ganz anderen Zweck entwickelt. Nämlich für den der Verträglichkeit. Also in einer gesellschaftlichen Gruppe sich nicht die Köpfe einzuschlagen. Das ist letztlich die große Errungenschaft von Demokratie. Scheinbar gibt es derzeit nichts besseres auf der Welt. Aber daraus abzuleiten, dass sich automatisch dadurch auch die besten wirtschaftlichen Entscheidungen treffen ließen hat …