Monate: Mai 2016

Die zwei großen Gegner von Verantwortung

Ich habe schon häufiger die Denk-Schlampigkeit gegeißelt, der wir so gerne verfallen, wenn wir Korrelation mit Kausalität verwechseln. Bei Boulevard-Überschriften wie »Verheiratete Männer leben länger« ist das noch lustig-anekdotisch. Bei der Aufforderung, sog. »Level 5-Führungskräfte« (Jim Collins in »From Good to Great«) zu etablieren, um anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg zu ernten, wird aus dem humoristischen schnell etwas toxisches. In Wrong Turn habe ich diese Art Denkfehler als Dumme Irrtümer bezeichnet. Und wem diese dummen Irrtümer zu banal sind, für den gibt’s noch ein Upgrade, den professional Level: die Intelligenten Irrtümer. Es lassen sich nämlich durchaus Phänomene beobachten, die kausal etwas miteinander zu tun haben. Das heißt konkret: das eine Phänomen ist die Ursache für das andere. Wir bringen es korrekterweise in eine kausale Verbindung – aber die Richtung ist falsch. Daher der Intelligente Irrtum. Quasi Geisterfahrer mit Abitur. Am Beispiel der Entwicklungspolitik habe ich das vor einiger Zeit schon mal ausdekliniert. All diese Denkfehler – und noch viele mehr – stehen Verantwortung im Wege. Die Über-Vokabel Verantwortung ist in unserer Gesellschaft eine Art Über-Vokabel geworden, insbesondere im wirtschaftlichen …

Wertschöpfung kommt nicht von ›Werte‹ - Für die Wertschöpfung ist es irrelevant, ob Jogi Löw ein Vorbild im Straßenverkehr ist oder nicht.

›Wertschöpfung‹ kommt nicht von ›Werte‹

Es ist schon erstaunlich! Da fordert Jogi Löw von seiner Mannschaft, für die Fans Vorbild zu sein, und lässt den Wolfsburger Fußballprofi Max Kruse wegen unprofessionellen Verhaltens nicht an Länderspielen teilnehmen – vielleicht erinnern Sie sich an letzten Monat, er hatte eine Bild-Reporterin angegriffen, die ihn unerlaubt fotografiert haben soll. Natürlich ist das nicht nett, keine Frage. Und Löw erntete breite Zustimmung dafür, mal wieder richtig durchgegriffen zu haben. Nun gibt es aber die berühmte andere Seite der Medaille, die seine Reaktion doch etwas verwunderlich erscheinen lässt: Löw selber wurde wegen Raserei schon mehrmals der Führerschein abgenommen – zuletzt kurz vor der Weltmeisterschaft 2014. Haben Sie sicherlich auch gelesen. Das nenne ich auch kein verantwortungsvolles Verhalten. Ja, da hat er seine geforderte Vorbildfunktion selber nicht erfüllt – und trotzdem hat er kurz darauf mit der Nationalmannschaft die WM gewonnen und einen Fußballwahn ausgelöst. Die Hoffnung lastet auf Vorbildern Was das eine mit dem anderen – und vor allem mit Ihnen – zu tun hat? Nun, der Vorfall brachte mich zu einer Frage, die auch für Unternehmen gilt: Warum sollen Führungskräfte unbedingt …