Monate: April 2017

Hast Du eine Idee, schreibe keinen Businessplan

Wenn bei der OTTO Group irgendwo eine neue Idee aufkam, hieß es sofort: Mach erstmal einen Businessplan! – Das erzählte mir neulich Hans-Otto Schrader, bis dato Vorstandsvorsitzender der OTTO Group, während eines Vortrags in Hamburg. Schrader fand Businesspläne aber uneffektiv. Ich saß im Publikum und nickte: Denn das finde ich auch. Warum? Nun, vor allem aus zwei Gründen. Den ersten, offensichtlichen, teile ich mit Schrader, den zweiten, tiefer liegenden, finde ich fast noch wichtiger. Als ob die Idee geprüft würde Zum ersten Grund: Eine Idee ist ein frisch geschlüpftes Gedankenküken. Sie muss wachsen und sich bewähren, um groß und stark zu werden. Wachsen kann sie aber nur in einem sozialen Kontext und nur im echten Leben, in der Realität. Ein Businessplan jedoch hat mit der Realität wenig zu tun. Er tut nur so, als exploriere er die Zukunft. Er sieht so schön rational aus. Aber das ist nur eine Scheinrationalität. In Wahrheit ist er nur ein hübsches Gewand. Mit einem ehrbaren Zweck: Er soll dem Geldgeber gefallen und überzeugen. Im Unternehmen ist das meist erstmal …

Die Geschichte vom orangenen Beetle – oder: ein Mittel gegen Unternehmens-Sklerose

»Wir wollen uns nicht bürokratisieren!«– Das schrieb sich eine Beratungs- und Softwareentwicklungsfirma bei ihrer Gründung vor 15 Jahren auf die Fahnen. Die Gründer waren alle zuvor bei einem Konzern angestellt – und als sie sich gemeinsam selbstständig machten, verband sie unter anderem eines: Sie hatten die konzerntypischen bürokratischen Hürden hassen gelernt. Sie schworen sich: Das wird’s bei uns niemals geben! Nun, mittlerweile ist das Unternehmen stark gewachsen und hat mehr als 400 Mitarbeiter. Und was glauben Sie, ist passiert? Die einzige Regel: Es gibt keine Regel Bevor ich es Ihnen verrate, erzähle ich Ihnen eine Anekdote aus dem tiefsten Inneren jenes Unternehmens. Das kann ich, weil ich neulich dort war. Ich habe da eine Kulturanalyse gemacht und durfte einen Festvortrag halten. Dabei habe ich einige interessante Einblicke bekommen. Und unter anderem erzählte man mir die Geschichte vom orangenen Beetle. Dieser Beetle war ein Firmenwagen. Autos spielen in der Kultur dieses Unternehmens eine große Rolle, auch deshalb, weil es viel für die Automobilindustrie tätig ist. Jeder Berater bekommt einen Dienstwagen. Weil die Gründer aber eben Bürokratie …