Monate: Oktober 2017

Weil Leistung eben nicht gleich Leistung ist

Wie fatal ist das denn? Offensichtlich sind nicht einmal Weltkonzerne wie Microsoft davor gefeit, sich unzeitgemäßen Überlegungen zu unterwerfen. Da hat der Software-Gigant doch tatsächlich ein Add-on für Microsoft Office auf den Markt gebracht, das sich »Workplace Analytics« schimpft. Besagtes Produkt analysiert, wie viel Zeit ein Mitarbeiter auf das Schreiben von E-Mails oder in Besprechungen verwendet. Erträumtes Ende vom Lied: Die Führungskräfte sollen so ihre Prozesse optimieren und die Produktivität und Motivation ihrer Teams erhöhen können. Nettes Spielzeug. Allerdings herzlich unbrauchbar und toxisch. Dass ein Vorgesetzter durch diese Datenauswertung nur der Illusion verfällt, die totale Überwachung und Kontrolle über sein Team zu haben, davon möchte ich hier gar nicht erst anfangen. Dass dem Ganzen vor allem aber auch ein ganz zentraler, noch aus dem Fabrik- und Industriezeitalter stammender Denkfehler zugrunde liegt, scheint beim IT-Riesen bisher nicht angekommen zu sein. Dabei sollte längt klar sein: »Leistung = Zeit« war vorgestern. Der gute, alte Henry Natürlich gibt es noch Jobs, auf die diese einfache Gleichung anwendbar ist – vorne schnell Teile rein, damit hinten schnell viele fertige …

Ep. 74 – Fällt unsere Arbeit der Digitalisierung zum Opfer?

Episode 74 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Eeine Sorge wird ja derzeit sehr häufig artikuliert: die Roboter und Computer nehmen den Menschen all ihre Arbeit weg. Aber stimmt das überhaupt? Nun könnte man geschichtlich darauf antworten: immer wenn es große technische Innovationen gab, waren danach mehr Jobs in der Welt als vorher. Natürlich andere – aber mehr. Nun muss die Vergangenheit nichts über die Zukunft aussagen. Aber es spricht dann doch einiges dafür. Man könnte auch anders an die Sache rangehen: Was werden denn eigentlich für Arbeiten ersetzt? Und dabei sollten wir nicht auf Jobs gucken, sondern auf Tätigkeiten. Gucken wir auf Tätigkeiten, die tendenziell algorithmisch sind – wir sagen ›kompliziert‹ dazu – also Tätigkeiten, die sich automatisieren lassen: die gibts in fast jedem Job. Und die werden jetzt schon seit hunderten Jahren automatisiert, das ist nichts neues – auch einen Kontoauszugsdrucker gab es schon, als ich klein war. Und das ist auch gut so. Es gehen damit viele Tätigkeiten aus unserem Repertoire, die gefährlich und stupide sind. Es bleiben die Tätigkeiten oder vermehren sich, die …