Alle Artikel in: Wirtschaft

Wenn »Soweit ging’s gut« Ihr bestes Argument ist

Seit vielen Monaten mache ich ein riesiges Theater um das Theater, das in den Unternehmen gespielt wird: Also die Meetings aller Couleur, die Mitarbeitergespräche (hier und hier), die Budgets (hier und hier), die leistungsgerechten Bezahlsysteme (hier), die Prozessbeschreibungen (hier und hier), die Checklisten (hier, hier und hier), die ergebnisorientierten Aufgabenbeschreibungen … na, all die ganz normalen Managementmethoden eben. Ich sage, das ist alles Theater, das ist alles nichts, wovon am Ende des Tages die Rechnungen und Gehälter bezahlt werden. Warum? Weil der Kunde darin schlicht nicht vorkommt. Weil all das keine echte Arbeit ist. Nun können Sie meiner These glauben oder nicht. Sie können sagen: Mitarbeitergespräche sind sehr wohl Arbeit! Aber das wäre nicht nur falsch, sondern langweilig und belanglos. Viel klüger wäre, Sie würden sagen: Na und? Wo ist das Problem? Dann sind Boni eben keine Arbeit, sondern nur Theater. Das macht doch nichts! Warum regt sich der Vollmer darüber so auf, als handelte es sich um einen ausbleibenden Elfmeterpfiff nach einem klaren Foul an Messi im Strafraum? Das kommt darauf an … Nun, das ist durchaus …

Ep. 68 – Was Erfolg für Erwachsene heißt

Episode 68 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Man walking to the sky. Meine Mutter hat mich als kleinen Jungen zum documenta-Fan gemacht, als wir hier in Kassel gelebt haben so ein paar Jahre. Aber erst später hat Jonathan Borowsky diese Skulptur zur IX documenta, 1990 gemacht. Ich finde sie großartig – auch wenn sie hier vielleicht etwas ungünstig steht auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof. Borowsky hat diese Skulptur gestaltet, so habe ich nochmal nachgelesen, in Andenken an seinen Vater. Der hat ihn wohl als kleinen Bub oft auf seinem Schoß hat sitzen lassen und ihm die Geschichte eines Riesen erzählt, der im Himmel ist und Gutes für die Menschen tut. Und dort hinzustreben war wohl die Intention dieser Skulptur. Aber heute wird sie in allerlei Medien und Veröffentlichungen immer so ein bisschen missbraucht als ein Symbol für den klaren Blick nach oben, für den gradlinigen Weg zum Erfolg und den kräftigen Schritt, den diese Figur dort geht. Deswegen wird das Ding auch in Deutsch »Himmelsstürmer« genannt von den Kasseler Einwohnern. Ein schöner Name aber eine fast …

2017 – Das wünsch‘ ich Ihnen

Die neueste Theateraufführung pünktlich zum Jahresbeginn: 30 Prozent mehr Umsatz, die Digitalisierung klarmachen, in neue Maschinen investieren, etc. Das neue Jahr ist jung und in Unternehmen ist die Tatkraft ausgebrochen. Sie packen ihre neuen Strategien an, die sie sich im alten Jahr so schön überlegt haben. Ist auch toll, wenn sich Unternehmen für den Jahresbeginn Vorsätze machen und mal überlegen, wo sie eigentlich hinwollen. Allerdings habe ich meine ganz eigene Vorstellung davon, was Unternehmen guttäte und was ich ihnen wünsche. Das tue ich nun schon seit fast sechs Jahren und diese Kolumne veröffentliche ich immer wieder aufs Neue. Interessant genug, dass ich sie immer nur in Nuancen anpassen muss. So viel sei schon im Voraus gesagt: Pläne und Zahlen kommen in meinem perfekten Jahresbeginn nicht vor. Ich wünsche Ihnen zum Jahresbeginn einen klaren Verstand Digitale Transformation, Holocracy, WOL (working out loud) … regelmäßig erscheint ein neuer Hype am Wirtschaftshimmel und versetzt zunächst Berater, dann alle Unternehmen in einen Rausch. All diese Modebegriffe, die irgendwo einen großen Erfolg zu haben scheinen, werden von den Medien als allgemeingültig …

Was lese ich eigentlich grad‘ so

Jetzt muss es mal raus: in Sachen Büchern bin ich ziemlich chaotisch. Irgendwie lese ich immer mindestens vier gleichzeitig. Eines habe ich als gebundenes Exemplar meist bei mir, ein anderes liegt in Barcelona auf dem Nachttisch. Im Flugzeug nehme ich mein Kindle zur Hand und bei längeren Auto- oder Zugfahrten lasse ich mir ein Hörbuch vorlesen. Manchen Büchern widme ich richtig viel Zeit – manchen nur ein bis zwei Stunden. Und es ist längst nicht immer so, dass die letzteren die schlechten sind. Ich lese eher als dass ich wirklich ein Buch durcharbeite. Nur manchmal überkommt es mich und ich klebe so farbige Mini Post-its an die besonders interessanten Stellen oder mache mir ausufernde Notizen. Aber diese Phasen vergehen auch wieder. Eines tue ich aber immer: bevor ich das Buch weglege frage ich mich, ob ich es hätte wirklich lesen sollen und was ich aus der Lektüre gelernt habe. Irgendwas finde ich eigentlich immer. Da ich immer mal wieder die Frage höre, was ich eigentlich gerade so lese, habe ich mir nun vorgenommen, Ihnen in loser Reihenfolge eine Liste der Bücher aufzustellen, die …

Mein neues Buch: »Zurück an die Arbeit«

Ich freue mich überschwänglich, mein neues Buch endlich in den Händen halten zu können. Es hat viel Herzblut und eine Menge detaillierter Überlegungen gekostet, dieses Buch so präzise und unterhaltsam zu schreiben, wie es letztlich geworden ist. Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf Ihre Meinungen und Reaktionen und freue mich auf viele anregende Diskussionen mit Ihnen … Falls Sie nicht zu den frühen Vögeln zählen, die »Zurück an die Arbeit« schon vorbestellt haben, können Sie das hier nachholen: Buch kaufen Eine Buchwebsite gibt es auch. Dort finden Sie die 10 Thesen des Buches in grafisch aufbereiteter Form, eine Leseprobe zum Herunterladen, einen offenen Brief und manches mehr. Hier entlang »      

Das wünsch‘ ich Ihnen

Dreißig Prozent mehr Umsatz, den asiatischen Markt erschließen, in neue Maschinen investieren, die einen Wettbewerbsvorteil versprechen, etc. Das neue Jahr ist jung und in Unternehmen ist neue Tatkraft ausgebrochen. Sie packen ihre neuen Strategien an, die sie sich im alten Jahr so schön überlegt haben. Ist auch toll, wenn sich Unternehmen Vorsätze machen und mal überlegen, wo sie eigentlich hinwollen. Allerdings habe ich meine ganz eigene Vorstellung davon, was Unternehmen gut täte und was ich Ihnen wünsche. Soviel sei schon im Voraus gesagt: Pläne und Zahlen kommen darin nicht vor. Ich wünsche Ihnen einen klaren Verstand Industrie 4.0, Big Data … regelmäßig erscheint ein neuer Hype am Wirtschaftshimmel und versetzt alle Unternehmen in einen Rausch. All diese Modebegriffe, die irgendwo einen großen Erfolg zu haben scheinen, werden von den Medien als allgemeingültig erklärt und zu einem neuen Trend aufgebauscht. Als wären es süchtig machende Drogen, lassen sich Firmen von der Popularität eines Themas in die Irre führen und rennen einer vermeintlich heilversprechenden neuen Best Practice hinterher. Es gibt doch dieses schöne Sprichwort: „eine Sau durchs …

Ep. 56 Fünf Tipps, wie Sie aus einem Best Practice Buch garantiert am meisten lernen

Die Episode 56 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:   Ja, so einen Artikel schreibe ich auch irgendwann einmal: Meine Fünf Tipps, wie Sie garantiert am meisten lernen können, wenn ein Artikel oder ein Buch über die 12 Erfolgsfaktoren der besten Unternehmen der Welt vor sich haben. Punkt Nr. 1: Lesen Sie sie nicht!       Lesen Sie dazu auch meine Kolumne vom 6. Dezember 2012: Einen Stadtplan gefälligst? – Wie Best Practice zur Falle wird.      

Ep. 52 Industrie 4.0 – Segen oder Gefahr?

Die Episode 52 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Das Megathema Nummer 1 in der Deutschen Industrie. Eindeutig! Industrie 4.0. Spricht jeder drüber. Ich bin da sehr zwiegespalten. Zum einen sehe ich auch das großes Potential. Natürlich vor allem für die Ausrüster. Also die Geschäftsaussichten der Hersteller, hard- und softwareeitig sind sicherlich famos für die Zukunft. Bei den Anwender bin ich sehr skeptisch, denn natürlich können sie durch den Einsatz dessen, was man sich von Industrie 4.0 verspricht, sicherlich einen hohen Produktivitätssprung machen. Vielleicht auch einen Durchlaufzeitsprung, vielleicht auch einen Flexibilitätssprung. Aber gleichzeitig habe ich auch die Sorge, dass die ganze Energie, die Kraft, die Aufmerksamkeit, vor allen Dingen auch die ganzen Budgets in die Einrichtung dieser Technologie aufgewendet werden. Und gleichzeitig keine Energie, keine Kraft und auch kein Geld mehr plötzlich zur Verfügung steht, an der Organisationsform der Zukunft zu denken. An der Abkehr der tayloristischen Idee, um Innovationen erzeugen zu können. Um Menschen in Verantwortung zu kriegen, um auf komplexen Märkten wettbewerbsfähig zu werden. Wenn wir da nicht aufpassen wird Industrie 4.0 zum Boomerang.   …

Markt als Wimmelbild: Mercat dels Encants

ProduktTEST vor ProdukTION

Sie haben es vielleicht auch gehört: die Fernsehserie »Die Höhle der Löwen« läuft wieder auf dem Sender VOX. Da stellen Jungunternehmer, Unternehmensgründer und Erfinder fünf Investoren ihre Geschäftsideen vor. Die können dann entscheiden, ob sie an die Idee und deren Erfolg glauben und die Teilnehmer ganz real mit ihrem Geld unterstützen wollen. Trotz der allzu voyeuristischen Ausführung, finde ich das eigentlich ein ganz interessantes Format.  Ist auch ziemlich spannend zu sehen, mit welchen Ideen die Teilnehmer so ankommen – zwischen anerkenndem Staunen und hochrotem Fremdschämen werden alle Gefühlsvarianten angeboten. Nur ein Problem hat die Sendung: Keiner der Anwesenden, egal wie groß seine Erfahrung von »dem Markt« auch sein mag, kann zuverlässig beurteilen, ob und wie erfolgreich eine Idee werden kann. Natürlich hält es sie nicht davon ab genau dies zu tun – schließlich sind sie ja dafür in der Sendung. Aber ob sie recht haben, wird sich erst zeigen, wenn das Produkt am Markt ist, also auf die Kunden losgelassen wird. Naja, darum heißt es wohl auch RISIKOkapital. Tatsache ist eben: Auch gute Ideen können …