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Gastbeitrag »Muttivation«

Muttivation.  Aus dem Lateinischen muttivare = muttertreiben. Frei übersetzt: Der Antrieb durch die Mutter. Hierbei handelt es sich um eine der Urformen menschlich – intrinsischer Motivation, die sich seit der frühen Menschheitsentwicklung trotz allerlei evolutionär bedingter Abweichungen stabil gehalten hat und offensichtlich auch einer starken zivilisations- und mutationsbedingten Deviation einzelner Individuen  trotzt. Neuerdings zeigen gender-orientierte Untersuchungen, dass es sich bei weitem nicht um ein fast ausschließlich männliches Phänomen zu handeln scheint, wie gewisse feministische Vordenkerinnen zu Beginn dieser Debatte hatten einwerfen wollen.


 

Business-buddy_ScheerEin großer Dank für diesen Gastbeitrag geht an Heinz-Detlef Scheer. Scheer ist Psychologe, systemischer Berater und betreibt neben seiner Tätigkeit als leidenschaftlicher Aktivist für den Verein ›Mensa‹ Coaching für Hochbegabte. Kennengelernt haben wir uns vor fast sieben Jahren bei einem Berliner Klienten. Uns verbindet, neben kleinen körperlichen Attributen, vor allem die Liebe zur Musik. Scheer studierte in den 80er Jahren Cello am Konservatorium und muckte als Bassist in diversen Rockbands. Mich begeistert seine Treffsicherheit bei der Analyse von Denkblockaden, insbesondere im Umfeld von Organisatoren und sein feinsinniger Humor, den er auch wieder in diesem Gastbeitrag intensiv auslebt.


 

Muttivation
kein Erfolgsrezept – und doch so populär

Muttivation.  Aus dem Lateinischen muttivare = muttertreiben. Frei übersetzt: Der Antrieb durch die Mutter. Hierbei handelt es sich um eine der Urformen menschlich – intrinsischer Motivation, die sich seit der frühen Menschheitsentwicklung trotz allerlei evolutionär bedingter Abweichungen stabil gehalten hat und offensichtlich auch einer starken zivilisations- und mutationsbedingten Deviation einzelner Individuen  trotzt. Neuerdings zeigen gender-orientierte Untersuchungen, dass es sich bei weitem nicht um ein fast ausschließlich männliches Phänomen zu handeln scheint, wie gewisse feministische Vordenkerinnen zu Beginn dieser Debatte hatten einwerfen wollen.

Der betroffene Mann – es betrifft in deutschen Unternehmen allerdings vornehmlich humanoide Lebensformen immer nur in der jeweils maskulin erscheinenden Ausdrucksform – lebt unter Protektion des und in inniger Symbiose mit dem Muttermenschen. Teils in völliger Abhängigkeit, oder in der irrigen Wahrnehmungsverzerrung gefangen sich gewissermaßen Inseln selbstgesteuerten Denkens und Handels geschaffen zu haben, die ihn glauben machen, er würde sein Leben selber quasi aus sich heraus – also auf eigener intrinsisch basierter Motivation – aufgebaut haben, fallen einige Exemplare durch besonders starke, auch äußerlich dokumentierte Assimilation in extremer Form, z.B. in maßgeschneiderten Anzügen auf, in denen sie wirken wie in den schönen alten Tagen der offenbar gescheiterten Erwachsenenwerdung beispielswiese vermittelt über christliche Rituale wie die Konfirmation.

Andere drücken ihre fatale Fehleinschätzung der eigenen Existenz durch übertriebene Eigensinnigkeit – auch in der Wahl der Kleidung – aus, die dann eher dem Vorbilds eines etwas verlorenen knuddeligen Punkerpärchens mit Hund vor dem Hauptbahnhof in Castrup-Rauxel zu entsprechen scheint.

Die in deutschen Unternehmen mit Hilfe oft teuer eingekaufter externer Muttivationstrainer durchgeführten Management-Schulungsprogramme können selbstredend nicht nachholen, was Mutti zu Hause versäumt hat. In vielen Fällen gelingt aber die Schaffung einer Ersatz-Mutti für die hilflosen Mitarbeiter in Form von vom Helfersyndrom ohnehin infizierter unterer Führungskräfte, die diese Art der Hilfe zur angemessenen Kausal-Attribution erfolgreichen Mitarbeiter-Verhaltens dankbar annehmen und  in der Folgezeit selbständig weiterentwickeln und kultivieren.

»Viele der Betroffenen Muttilosen berichten nach einem fünfwöchigen Intervalltraining in Gruppen und anschließender Individualbetreuung von einem knappen halben Jahr von ersten Anzeichen erfolgreicher symbiotischer Beziehungen zu ihren Chefs und ChefChefs. Auf dem Weg zu einer rückgratlosen Muttigesellschaft sind wir in den letzten Jahren einen wesentlichen Schritt weiter gekommen!«, soweit der bekannte und einflussreiche Muttivationstrainer und zertifizierte Muttikräftecoach, Diplom-Psychologe Hänschen Bauer von Melchenbrock, der selbst stolzer Besitzer einer mörderischen und selbstzerstörerischen Abhängigkeitsbeziehung mit leicht erkennbarer suizidaler Tendenz zu seiner vor Jahren friedlich verstorbenen Mutter ist.

»Menschen wie Bauer von Melchenbrock sind die besten Pferde in unseren Stall!«, sagt Dr. Kempfer, der Geschäftsführer einer der größten und weiter expandierenden Beratungsunternehmen weltweit, der Mother-in-Companie Limited mit Sitz in München und einer der profiliertesten Prokrastinationstrainer auf dem Spezialgebiet vermeidbarer maskuliner Abnabelungstendenzen. »Wir werden trotz aller von freiheitlich-liberalem Gedankengut unterwanderter prowestlicher Regime in Europa und der Welt eine muttivationsbestimmte Gesellschaft schaffen, in der sich niemand mehr fürchten muss, seine Mutti zu verlieren!« Dem wollen wir nichts hinzufügen!

Weitere Pressestimmen:
»Immer mehr Muttivationstrainer überschwemmen die Bildungslandschaft der Bundesrepublik!«
Axel Rübekopf, DFcVG

»Die Zahl der fragwürdigen Zertifizierer wächst!«, so Prof. Dr. Rolf Dauerbier von der privaten Hochschule St. Maintraube und er fügt im Interview hinzu: »Man muss damit rechnen, das im Zuge dieser Entwicklung auch die Zahl der fragwürdigen Zertifikate steigt, was unbersehbare Folgen auf das Vorkommen fragwürdig zertifizierter Muttivationstrainer hat!«


 

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