Arbeit, Führung, Wirtschaft
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Kontrolle ist gut … und was ist besser?

Klingt nach asiatischer Bewegungslehre, ist es aber nicht: Wer die Nachrichten verfolgt, weiß, dass »Yi-Ko« nicht mit Tai Chi verwandt ist, sondern der ‪Burger‬-King-Betreiber ist, der jüngst in die Schlagzeilen geraten ist. Aufgrund von Hygienemängeln und schlechten Arbeitsbedingungen darf der Franchise-Nehmer zukünftig weder mit dem Firmenlogo werben noch die Produktnamen weiter verwenden. 89 Filialen musste er bereits schließen. Weshalb?

In der ›Wirtschaftswoche‬‹ kommentiert Martin Ahlert, Geschäftsführer des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation: »In jedem System gibt es Menschen, die aus der Reihe tanzen.« Bei einer Masse an Filialen sei es für den Franchise-Partner äußerst schwer, die lokalen Gegebenheiten im Blick zu behalten.

Bei aller Ernsthaftigkeit der Lage kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Denkweise hinter die Aussage ist nämlich diese: Der Mensch ist ein unendlicher Fehlerquell. Um die Fehler im System auf ein Minimum zu reduzieren, muss also ein Unternehmen Abläufe durchstrukturieren, Richtlinien vorgeben, Zuständigkeiten klarstellen – und das so gut es geht. Denn das ist die einzige Möglichkeit, das System idiotensicher zu machen.

Das einzige Problem dabei: Ein System, das auf Idioten angelegt ist, erzeugt auch Idioten. Die Menschen, »die aus der Reihe tanzen« für die Schließung der Burger-King-Filialen verantwortlich zu machen ist für mich deshalb ein klassischer Wrong Turn.

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»In jedem System gibt es Menschen, die aus der Reihe tanzen.« | © depositphotos.com

Führungs- und Organisationskonzepte, die darauf hinaus sind, die Fehlerwahrscheinlichkeit im Unternehmen zu reduzieren, reduzieren damit, ohne es zu merken, auch die Freiheit, die Selbstständigkeit, die Kreativität und die Fähigkeit sowie Bereitschaft, Probleme zu lösen!

Je mehr Regeln, Vorgaben und Kontrollmechanismen in ein System eingebaut sind, desto mehr zieht das System Roboter-Mitarbeiter an.
Eigenständiges Denken? Bloß nicht! Willkommen in einer Welt der hirnlosen Hinterherläufer!

Und das ist genau das, was KEINE Firma dieser Welt brauchen kann. Das Unternehmen »it-agile« hat das erkannt. Der Experte für agile Software-Entwicklung weiß, dass sich unternehmerischer Erfolg nur dann einstellt, wenn die bedeutendsten Stärken eines jeden sich zu einem Puzzle für das Gesamtergebnis zusammenfügen. Hier steht der Mitarbeiter mit seinen Fähigkeiten im Mittelpunkt. Und er entscheidet selbst, welchen Beitrag er oder sie jeweils leisten möchte und kann.

Wie sieht das konkret aus? An einem internen Board werden alle aktuellen Aufträge veröffentlicht. Hier greift das »Pull-Prinzip«: Wer von den Mitarbeitern sich gerade angesprochen, motiviert und qualifiziert fühlt, „zieht“ sich den entsprechenden Auftrag. Ist jemand motiviert, fühlt sich jedoch nicht ausreichend qualifiziert, wählt einen Mentor, der ihm zur Seite steht. Und: es werden nur diejenigen Aufträge bearbeitet, die auch tatsächlich gezogen werden! Transparenz spielt hier eine große Rolle. Und Eigenverantwortung. Denn: alle Mitarbeiter sind an der Firma beteiligt.

Henning Wolf, einer der Geschäftsführer bei it-Agile, erklärt das so: »Jede(r) hat dort den gleichen Anteil, es gilt der Grundsatz ›One (wo)man, one vote‹. Das erlaubt nicht nur eine faire Partizipation am Gewinn, sondern auch maximale Mitbestimmungsmöglichkeiten. Die Geschäftsführung dient nur als verlängerter Arm der Gesellschafter im Tagesgeschäft.« Jeder Mitarbeiter arbeitet somit in seiner ›eigenen‹ Firma! Er fühlt sich verantwortlich, ernst genommen und weiß, was seine Fähigkeiten dem Unternehmen bringen.
So funktioniert Erfolg – für den Einzelnen und die ganze Wirtschaft. Denn Happy Working People leisten mehr, weil sie es können. Und wollen. Sie haben ihren eigenen Kopf, und benutzen ihn. Ganz ohne Kontrollen von außen. Und: Aus der Reihe tanzen ist hier durchaus erwünscht.


Das intrinsifier-Profil von it-agile GmbH lesen Sie hier »

In acht Teilen stelle ich auf meinem Blog Unternehmen vor, die New Work lieben und erfolgreich praktizieren. Das von mir mitinitiierte Netzwerk intrinsfy.me hat Profile dieser und weiterer Unternehmen angelegt und Mitarbeiter sowie Intrinsifier portraitiert.

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