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Mein neues Buch: »Zurück an die Arbeit«

Ich freue mich überschwänglich, mein neues Buch endlich in den Händen halten zu können. Es hat viel Herzblut und eine Menge detaillierter Überlegungen gekostet, dieses Buch so präzise und unterhaltsam zu schreiben, wie es letztlich geworden ist.

Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf Ihre Meinungen und Reaktionen und freue mich auf viele anregende Diskussionen mit Ihnen …





Falls Sie nicht zu den frühen Vögeln zählen, die »Zurück an die Arbeit« schon vorbestellt haben, können Sie das hier nachholen:
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Eine Buchwebsite gibt es auch. Dort finden Sie die 10 Thesen des Buches in grafisch aufbereiteter Form, eine Leseprobe zum Herunterladen, einen offenen Brief und manches mehr. Hier entlang »


 

 

 

4 Kommentare

  1. Ardalan sagt

    Hi Lars,

    vielleicht hast Du auch grad Bock auf ein bisschen „Grundsatzdebatte“? – Mich fixt Deine schöne These mit dem Business-Theater grad sehr an. Besonders die 10 Punkte des dazugehörigen „Manifests“ finde ich ziemlich gelungen (https://twitter.com/kaiser_viktor/status/718064150463848448) – Auch generell finde ich die Theater-Metapher sehr gut gewählt, weil sie sehr wirkungsvoll „mehr Ehrlichkeit, mehr Direktheit, mehr Offenheit“ als harten Business-Faktor sichtbar macht.

    Soweit das (berechtigte) Lobgehudel. Nun zu meiner Grundsatzfrage: Wenn ich das richtig verstehe, ist Deine These, dass wir in unseren Unternehmen Theater spielen, weil man uns dazu zwingt. Würde man uns lassen, würden wir die gleiche Energie und unseren Hirnschmalz stattdessen dafür verwenden, „zu arbeiten“.

    Was ich mich aber frage, ist, ob das bereits alles war, was man zum Thema „Theater in Unternehmen“ sagen könnte, sagen müsste. Denn schaut man mit der Brille der ökonomistischen Anreiz-Theorie auf den Vorgang, würde man eher sagen: „Menschen spielen in Unternehmen genau SO LANGE Theater, wie das für sie dort mehr Vorteile als Nachteile bringt“. – Das ist doch ein gewisser Unterschied zu „so lange wie man sie nicht zwingt“. Weder „Arbeit“ noch „Theater“ sind demnach „natürliches Verhalten von uns allen“, sondern als plastische Wesen verhalten wir uns je nach den für uns relevanten Umständen. In Deiner These (wenn ich sie richtig lese) ist dagegen „Arbeit“ unsere natürliche Tendenz. „Theater“ dagegen eine reine déformation professionelle.

    Nun hat jeder, der schon mal länger in einer privaten Beziehung war, schon erlebt, wie unglaublich nachteilhaft es sein kann, wenn man „immer die Wahrheit sagt“ und sich also völlig jeglichem Theaterspiel verweigert. Solche tumbe Theaterverweigerung ist nicht nur öde und sterbenslangweilig, sondern führt auch direkt in die wunderschönsten Konflikte. – Meine Frage ist also: Wenn Theaterlosigkeit in privaten Beziehungen so unproduktiv und nachteilhaft ist, warum sollte das in Business-Beziehungen eigentlich anders sein?

    Oft wird ja ein operatives Bewusstsein für „wem sag ich wem wann was wie“ ( = gute Schauspielkünste) ein Zeichen von Erwachsenheit gewertet. Und das würde dann bedeuten, dass „Theaterfreie Unternehmen“ zwangsläufig ziemlich kindische Gebilde sein müssten, die genauso zwangsläufig viel Frust bei allen Beteiligten erzeugen. Weil eben kein Theater mehr gespielt wird, „die theaterlose Wahrheit“ für uns qua Menschsein aber oft unerträglich ist. Nichts wird weniger verziehen als die unverpackte Wahrheit.

    Der Mensch als das „lügende Tier“ (Fritz Mauthner) ist eben auch das „schauspielfähige Tier“. Und wo Fähigkeiten sind, das wollen die auch genutzt sein… 😉

    Meine zwei Fragen an Dich sind nun:

    1) Findest Du nicht auch, dass Theaterfreie Unternehmen eine unerreichbare Sache sind? Denn Anreize zum Schauspiel werden ja wohl kaum komplett aus Unternehmen eliminiert werden können. Überall, wo es Informationsdefizite gibt (einer weiß was, was ein anderer nicht weiß) und zugleich formelle oder informelle Konkurrenz (Ökonomie = Feld des Umgangs mit knappen Ressourcen) zwischen Interaktionspartnern gibt es Anreize, dieses Informationsdefizit durch geschicktes Theater zum eigenen Vorteil zu nutzen.

    2) Findest Du nicht auch, dass Theaterfreie Unternehmen eine wenig erstrebenswerte Sache sind, weil solche Unternehmen für alle Beteiligten ziemlich langweilig und unglaublich fad wären auf die Dauer? Gemäß der Formel „Unternehmen – Theater = Bürokratische Verwaltung pur“. Unternehmenstheater ist das, was bei Mitunternehmern Emotionen auslöst, worüber sich also Menschen an Unternehmensziele und Unternehmensbedürfnisse koppeln. Fehlt das völlig, haben wir vielleicht hochgradig effiziente Gebilde (im Sinne der BWL), die aber von den beteiligten Menschen als völlig sinnentleert erlebt werden, weil keine Emotionalisierung statt findet. Ähnlich wie bei manch „theaterfreien“ privaten Beziehung… 😉

    Wenn an diesen meinen Gedankengängen irgendwas dran ist, dann könnte Dein nächstes Buch vielleicht tatsächlich den Titel „Zurück auf die Vorder-Bühne! – Ein Beitrag zur Professionalisierung des täglichen Unternehmenstheaters“ tragen… 😉

    Sei herzlich gegrüßt und wie immer vielen Dank für Deine vielen Anregungen!
    Ardalan

    • Hallo Ardalan,

      danke für die Rückmeldung zum Buch. Ich weiß, was für ein kritischer Geist Du bist, daher freut mich der positive Tenor besonders.

      Zu Deinen Fragen:
      1) Ich bin – genau wie Du – der Ansicht, dass theaterfreie Unternehmen nicht erreichbar, möglicherweise auch gar nicht erstrebenswert sind. So schreibe ich im Buch auch vorwiegend von Theater*armut*. Da vollständige Transparenz ein illusorische Vorstellung in einem sozialen System ist, wird es – wie du auch ausführst – immer zu Business-Theater kommen,

      2) Mit Deiner Einschätzung, dass Unternehmenstheater auch emotional erstrebenswert sei, tue ich mich schwer. Langweilig muss Theaterarmut nämlich überhaupt nicht sein – es macht nach meinen Beobachtungen unglaublich viel Bock, echte Probleme zu lösen. So mit richtigen Kunden und so. Und im Wettbewerb gegen kreative Herausfoderer. Und es kann zu einer emotionalen Achterbahnfahrt werden, die als extrem sinnhaft erlebt werden kann.

      Mit den besten Grüßen zurück
      Lars

  2. Ardalan sagt

    Ich danke Dir für Deine Antwort und Deine Einschätzungen!

    Vor allem das in 2) bringt mit persönlich nochmal deutlich mehr Klarheit darüber, was Dir als Vision „wie Unternehmen sein könnten“ vorschwebt, also über Dein „implizites Ideal“.

    Meine (leicht, deutlich? – ich weiß es nicht! – abweichende) Vision rührt daher, dass ich glaube, dass die Realität verdammt schmutzig ist und das Ausmaß und die Formen von Emotionen, die sich in und um Unternehmen tummeln, so vielfältig sind, dass die Fokussierung auf ein mannschaftliches „gemeinsam Probleme lösen“ Mittel braucht, die mit den vorhandenen Emotionen auf Augenhöhe sind. Pure Vernunft wird leider, leider weggeschwemmt, weil die Unvernunft (immer) am längeren Hebel sitzt. Ich teile die mittlerweile etwas angestaubte Freudianische Grunderkenntnis, dass die liebe gute alte Ratio NICHT Herr im eigenen Haus ist. Auch nicht im Unternehmenshaus (Für alle Manager und Ingenieure ist das – typbedingt – natürlich eine recht unerquickliche Erkenntnis. Aber wir können schließlich nicht auf die Gefühle von JEDEM Rücksicht nehmen… ;)).

    Daher ist meine Zielrichtung eher: „Theater in der Arbeit nach Möglichkeit offensiver, bewusster und lustvoller nutzen und DABEI mehr Spaß haben“ anstelle von „Theater nach Möglichkeit bewusst reduzieren und DANACH mehr Spaß an der Arbeit haben“.

    Generell sollten wir aber vielleicht alle BEIDE mal zum Arzt gehen… 😉

    LG!
    Ardalan

  3. Gabriela Kodym sagt

    Lieber Herr Vollmer,
    Ich habe vorgestern Ihre Buchpräsentation auf Ö1 gehört und mich eine lange Autofahrt sehr gut unterhalten gefühlt.
    Eine enge Freundin ist vor kurzem ins Management eines österreichischen Mittelbetriebs aufgestiegen und erzählte dadurch hie und da von Praktiken, Anforderungen, Meetings, Arbeitsgruppen…., die mir allesamt Fragezeichen im Kopf produzierten. Da wir beide sehr bodenständig denkende Frauen sind, konnten wir über all die heiße Luft nur ungläubig staunen.
    Schön, dass Sie mit unserer diffusen Ahnung konform gehen, dass hier etwas eine Schieflage hat. Ich werde ihr Ihr Buch zum Geburtstag schenken. Falls sie Zeit hat, es zu konsumieren. Sie hat momentan eine Länge an Upgrade-Seminar-Anforderung abzuarbeiten, die für die Teilnahme im Middlemanagement unerlässlich erachtet werden. :o)

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