Alle Artikel mit dem Schlagwort: Aufklärung

Brief an Jogi Löw

<<<  Ersten Teil von Vollmer Waschtag 3 lesen <<< Lieber Herr Löw, Sie sind mir ja mal ein Rebell! Da wollen Sie einfach nicht zurücktreten! Und das, obwohl die Leistung Ihrer Mannschaft und die Platzierung als Gruppenletzter bei der Weltmeisterschaft unterirdisch waren, jedenfalls gemessen an den erwiesenen Fähigkeiten der Einzelspieler. Und das, obwohl Sie die Typen Sané, Wagner und Petersen nicht mitgenommen haben – dafür aber den neben sich selbst herlaufenden Müller und den schwerfälligen Boateng und den verunsicherten Gündogan und den Chancentod Gomez und einige andere Schatten ihrer selbst, ja und auch den politisch irrlichternden Özil, der jetzt für die DFB-Granden als Sündenbock herhalten muss! Und das, obwohl Sie das Leistungsprinzip auf den Kopf gestellt haben, indem Sie einen fast ein ganzes Jahr lang verletzten Torhüter ohne Spielpraxis, der die komplette Saison verpasst hat, einigen richtig starken Torhütern vor die Nase gesetzt haben. Und das, obwohl sich der Deutsche Fußballbund mit seiner überheblichen Image-Kampagne »Best NeVer Rest« so dermaßen blamiert hat. Und das, obwohl … Ja, ganz egal, was Ihnen alles sonst noch entgegensteht – …

Diesseits der Vernunft

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Vernetzung die Lösung ist! Fürchtet euch nicht, ihr Kleingläubigen! Wenn die alles durchdringende Digitalisierung kommt – und glaubet mir, sie ist im Kommen! – ,dann seid wertschätzend und vernetzet euch! Euch wird fortan an nichts mangeln, und wer das nicht glaubt, den jaget IN DEN SHITSTORM! So oder so ähnlich klingelte es mir im Hirn, als ich nach Veröffentlichung meines durchaus wohlmeinenden und keineswegs mehr als nötig zugespitzten Artikels über die Hipmethode Working out loud unter einer Welle der Empörung durchtauchen musste. Ich erkläre mich Ihnen gerne genauer, zuvor möchte ich aber noch einen Disclaimer, oder besser gesagt, einen Beipackzettel vorausschicken: Wenn Sie dies lesen und zur Working-out-loud-Fangemeinde gehören und/oder sich gar schon einmal fürchterlich über mich empört haben, weil ich es offensichtlich einfach nicht kapieren will, wie schön und gut diese Methode ist – ich will Sie gar nicht nochmal provozieren. Lesen Sie einfach kopfschüttelnd weiter und fragen Sie bei Nebenwirkungen Ihren Arzt oder Apotheker. Vielleicht fange ich Sie ein paar Absätze weiter unten ja sogar wieder ein. …

Geschlossene Gesellschaft

Wissen Sie, was mir so richtig Sorgen macht? Sie werden es vielleicht merkwürdig finden, aber mir bereitet es größtes Unbehagen, dass irgendwie immer alle einer Meinung sein wollen. Und sollen. Geschlossenheit, Einigkeit, Konsens – das gilt als gut. Dissens, Auseinandersetzung, unterschiedliche Meinungen – das gilt als schlecht. So jedenfalls ticken wir im Allgemeinen. Irgendwie haben wir einen ziemlich übertriebenen Faible für die Einigkeit, finde ich. Übertrieben. Und gefährlich. Tun wir besser so, als seien wir uns einig Kaum einer wundert sich darüber, wenn der neue SPD-Parteivorsitzende von der Versammlung der Parteidelegierten mit 100 Prozent der Stimmen gewählt wird. Höchstens ein wenig gewitzelt wird dann über „Kim Jong Schulz“. Aber viele bewunderten dann doch insgeheim, dass zwischen die Partei und ihren Vorsitzenden kein Blatt Papier passte. Und diese Geschlossenheit versetzte die Partei und ihre Anhänger sogleich in eine Art Rauschzustand. Als ob bei der Bundestagswahl über den Grad an Geschlossenheit der Parteien entschieden würde. Naja, indirekt scheint das ja tatsächlich so zu sein: Die deutschen Wähler mögen es nicht, wenn eine Partei in sich unterschiedlicher Meinung ist …