Alle Artikel mit dem Schlagwort: Barcelona

Ep. 51 Teams - Mit 11 Stürmern das Spiel gewinnen

Die Episode 51 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Der Teambegriff ist heutzutage immer noch sehr sehr populär. Naja, er klingt ja auch frisch, immer noch modern und versprüht so einen Hauch Internationalität. Mein Eindruck ist aber, dass in den allermeisten Organisationen überhaupt keine Teams gebildet werden, sondern eher so Cluster. Also Gruppen von Menschen, die vielleicht noch ein gemeinsames Ziel teilen – meistens aber nur eine gemeinsame Kennzahl, die jeder individuell zu erfüllen hat. Aber vor allem sind diese Cluster überhaupt gar nicht auf echte Kollaboration angewiesen. Sie unterstützen sich, ohne Frage. Und der Teamgeist kann ganz hoch sein, aber sie sind organisationell gesehen weiterhin ein Cluster. Und kein Team. Ein Team nämlich ist eine Gruppe von Menschen, die ein von außen kommendes Problem, vom Markt, vom Kunden, vollumfänglich lösen kann. Die also – egal wie sie besetzt ist – aus organisationeller Sicht alle Expertisen aufbringen muss, um dieses Problem zu lösen. Wie eine Fußballmannschaft. Auch wenn man 11 Stürmer auf den Platz stellt, sie werden gemeinschaftlich alles abdecken müssen, wenn sie eine Chance …

Ep. 50 Das Schnittstellen Dilemma

Die Jubiläums-Episode 50 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Schnittstellen in Organisationen nerven jeden, habe ich den Eindruck. Und jeder will es irgendwie lösen und arbeitet sich daran tagtäglich ab. Manche einfach nur, indem sie den Begriff ändern: von Schnittstelle in Nahtstelle. Aber das ändert natürlich gar nichts. Das Problem liegt eher darin, dass eine Organisation ja aus Kommunikation besteht. Und sich Kommunikation einfach immer nur fortsetzen möchte. Das ist die einzige Aufgabe die sie hat und vollkommen ohne moralische Zwänge. Das heißt, wenn ich also ständig über Schnittstellen spreche oder gar einen internen Tag der offenen Tür ins Leben rufe, an dem ich möchte, dass die eine Abteilung mehr über die andere lernt, verhelfe ich dieser Art der Kommunikation sogar noch dazu, sich immer weiter fortzusetzen. Und die Gräben immer noch weiter auszuhöhlen. Ich mache es noch schlimmer. Wenn ich wirklich was gegen die Probleme tun möchte, die ich glaube durch Schnittstellen verursacht zu haben, muss ich die Schnittstellen abschaffen. Also zum Beispiel Teams bilden, wirkliche Teams die interdisziplinär ein Marktproblem, ein Kundenproblem vollständig lösen. …

Ep. 47 Die versaute Sprache der BWL

Episode 47 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Wörter sind wie Schall und Rauch – hat mein Erdkundelehrer immer gesagt. Und jetzt hat es fast tatsächlich 30 Jahre gedauert bis ich endlich weiß, wie unrecht der Mann hatte. Denn Sprache prägt natürlich in erheblichem Maße unser Denken. Gern auch anders rum: Denken prägt unsere Sprache. Und wenn wir uns unsere Wirtschaftssprache heute anschauen, dann ist es ganz erschreckend, wie durchsetzt sie von mechanistischen Denken ist. Wir hören da Begriffe wie »ins Boot holen« oder »in die richtigen Bahnen lenken« oder »die Weichen stellen«. Als wenn das Unternehmen eine Lokomotive wäre. Oder »to fix a problem« – »ein Problem lösen«, als wenn es ein Schnürsenkel wäre oder ein Knoten. Die BWL, mit Verlaub, die hat uns da scheinbar schon sehr versaut. Denn sie hat uns irgendwie eingebläut oder einbläuen wollen, dass Unternehmen, Organisationen, ja fast schon die ganze Wirtschaft am Markt wie eine Maschine zu denken wäre. Eben wie eine Lokomotive, wie eine Waschmaschine, wie eine Saftpresse. Aber mit diesem Denken werden wir heute zunehmend immer wieder …

Ep. 46 Steuern kommt von Wissen, Führen kommt von …

Episode 46 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Wir bürgen den Managern immer mehr auf. Jetzt wird von denen sogar verlangt, sie sollten doch führen statt steuern. Und das wird dann durch monatelange Trainings versucht irgendwie zu erreichen. Aber das sind zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe. Ein Mensch kann sich nicht aussuchen zu führen. Das wird ihm zugesprochen. Also steuern dass kann ich tun. Das ist ja gar kein Problem. Ich kann planen, ich kann anweisen, ich kann Umsetzung einfordern, ich kann kontrollieren. Und überall da, wo Wissen ausreicht um ein Problem zu lösen und ein ausreichender Wissensvorsprung von Führungskraft zu Mitarbeiter ist, da funktioniert Steuerung. Und da sollte ich sie auch durchaus benutzen. Das ist viel effizienter. Aber an den meisten Stellen ist eben kein Wissensvorsprung da. So jetzt kommt Führung ins Spiel. Die ist nur eine Zuschreibung, eine Beobachtung. Also Führung ist etwas sozial legitimiertes. Eine Gruppe spricht einem Menschen Führung zu. Und danach kann ich dann beobachten, dass Führung zustande gekommen ist. Das heißt, wir müssen da ganz umdenken. Wir müssen Organisationen bauen, …

Ep. 44 Einiges Europa! Ach ja?

Episode 44 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Einiges Europa – so heißt es. Ich habe vor geraumer Zeit eine Wohnung in meiner neuen Wahlheimat Barcelona angemietet und nun möchte ich mich natürlich dort bei den hiesigen Stadtwerken, also bei der ›Endesa‹ anmelden, um dort Strom zu beziehen. Und ein Telefon- und Internetanschluss wäre eigentlich auch ganz hilfreich. Und um diese Anschlüsse, dies Kontrakte zu bekommen, braucht man in Spanien ein spanisches, ein lokales Bankkonto. Und um dieses Konto zu eröffnen, benötigt man eine sogenannte N.I.E. – man könnte sagen eine Ausländernummer. Und jetzt wird es amüsant, denn wenn man in Spanien die N.I.E. beantragen will, so bekommt man gesagt, dass man die selbstverständlich bekäme, wenn man ein Guthaben in Höhe von irgendwas mit 5.500 EUR nachweisen könnte. Achtung! Auf einem spanischen Konto. Man beachte den Zirkelbezug. Glücklicherweise ist der Generalkonsul hier in Hamburg deutlich unbürokratischer und hat mir natürlich nach entsprechenden Formularen und Kopien und Durchschriften und Gebühren eine solche N.I.E. ausgestellt. Obwohl, abwarten … ich habe sie ja nur beantragt. Mir wird sie per …