Alle Artikel mit dem Schlagwort: Dynamik

Warum Unternehmensgröße für Organisationstransformationen irrelevant sind

Es kommt nicht auf die Größe an

»Herr Vollmer, ich verstehe ja Ihre Ideen, aber die Umsetzbarkeit hört bei 2.000 Mitarbeitern eben auf.« Zwei Tage später:  »Herr Vollmer, das ist ja alles gut und recht. Ich kann mir auch vorstellen, dass das in einem Betrieb mit 25 Leuten funktioniert, aber wir sind nur zu viert. Da geht das doch nicht.« Ausreden über Ausreden Wie sagen die Amerikaner so schön: ›If I had a nickel for every time …‹ Ja, wenn ich für jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wenn mir jemand erzählt, dass meine Ideen in seiner Firma wegen der Größe des Unternehmens nicht realisierbar wären, könnte ich mich jetzt zur Ruhe setzen. Na gut, nicht ganz, aber die Diskussion um die Größe von Unternehmen entflammt bei meinen Vorträgen quasi immer. Dabei ist es ganz egal, zu welchen organisationsrelevanten Thesen ich etwas sage – sei es die Abschaffung von Unternehmensplanung, überflüssigen Meetings, schädlichen Performance Reviews, Selbstorganisation etc. – ich bekomme den Einwurf zu hören: »Mit unserer Unternehmensgröße geht das nicht.« Auch ein paar andere Kriterien werden ab und an herangezogen, um meine Forderungen zu entkräften: …

Klar können Sie Kommunikation durch Organisation und Prozesse ersetzen. Aber dann ist es halt blöd!

Kommunikation: Erst mundtot, dann mausetot

Solche Laberrunden braucht doch kein Mensch! Die sind ineffizient und rauben nur Zeit. Wir quatschen doch eh schon genug.« Das ist häufig die Reaktion, wenn ich darauf aufmerksam mache, dass lebendige Kommunikation im Unternehmen praktisch zum Erliegen gekommen ist. Die Chefs und Mitarbeiter meeten sich zwar täglich durch den Tag hindurch, hetzen von einem Jour-fixe zur nächsten Meilensteinpräsentation und sitzen mehr als die Hälfte ihrer Zeit in Besprechungen oder am Telefon. Aber die Essenzen von echter Kommunikation bleiben dennoch völlig auf der Strecke. Die (Denk-)Tradition in Unternehmen steht eher für die Gegenrichtung: Weg von echtem Dialog, hin zu einem möglichst klar geregelten, prozessierten Nebeneinander. Irgendwie verständlich, schließlich glauben Unternehmen immer noch, dafür sorgen zu müssen, dass die Zusammenarbeit reibungslos und so effizient wie möglich funktioniert. Und so wird Kommunikation zielsicher verwechselt mit Berichten, Präsentieren, Anweisen oder Standpunkte darlegen. Aber genau dieser Verzicht auf echten Dialog macht Unternehmen im Kontext der heutigen Dynamik eben nicht erfolgreich, sondern schrittweise sklerotisch, also organisationell verhärtet und im Zuge dessen bewegungsunfähig. Wenn Dialog rausgemanagt ist, wenn keine lebendige Kommunikation mehr stattfindet, dann ist auch kein Platz für wirklichkeitsnahe …

Ep. 51 Teams - Mit 11 Stürmern das Spiel gewinnen

Die Episode 51 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Der Teambegriff ist heutzutage immer noch sehr sehr populär. Naja, er klingt ja auch frisch, immer noch modern und versprüht so einen Hauch Internationalität. Mein Eindruck ist aber, dass in den allermeisten Organisationen überhaupt keine Teams gebildet werden, sondern eher so Cluster. Also Gruppen von Menschen, die vielleicht noch ein gemeinsames Ziel teilen – meistens aber nur eine gemeinsame Kennzahl, die jeder individuell zu erfüllen hat. Aber vor allem sind diese Cluster überhaupt gar nicht auf echte Kollaboration angewiesen. Sie unterstützen sich, ohne Frage. Und der Teamgeist kann ganz hoch sein, aber sie sind organisationell gesehen weiterhin ein Cluster. Und kein Team. Ein Team nämlich ist eine Gruppe von Menschen, die ein von außen kommendes Problem, vom Markt, vom Kunden, vollumfänglich lösen kann. Die also – egal wie sie besetzt ist – aus organisationeller Sicht alle Expertisen aufbringen muss, um dieses Problem zu lösen. Wie eine Fußballmannschaft. Auch wenn man 11 Stürmer auf den Platz stellt, sie werden gemeinschaftlich alles abdecken müssen, wenn sie eine Chance …

Wie manche Unternehmen unter Dynamik leiden und andere sie erzeugen.

Am Rande des Future Leadership Camps 2013 sprach ich mit Dr. Gerhard Wohland in winterlicher Kaminatmosphäre darüber, welche Denkmuster dynamikrobuste Höchstleister verwenden. Ein fordernder Einblick in die Denkwelt von Unternehmen, der einem so manchen vertrauten Glaubenssatz unter den Füßen wegzieht. Schnee im März ist sicherlich keine Sensation, aber die Massen, die an den Tagen des Future Leadership Camps auf das Schloßgut Groß Schwansee niedergingen überraschten alle Beteiligten. Am zweiten Tag waren wir förmlich von der Außenwelt abgeschnitten. Am frühen Abend dann, als sich alle Teilnehmer nach einem intensiven Tag auf die Abendveranstaltung vorbereiteten, saß ich mit Gerhard Wohland zusammen und fing an, mit ihm den Tag und seinen Input zum Thema zu reflektieren. Geplant waren max. 20 Minuten Aufnahme. Herausgekommen sind mehr als das doppelte, die in mehreren Teilen veröffentlich werden. Hier der erste Teil: Ach ürbigens: im April 2012 hat Gerhard einen Gastbeitrag in meinem Blog veröffentlicht. Wer mag, kann dort seine Sicht auf das Thema Lean Production noch einmal nachlesen. Hier »

Gastbeitrag: »Lean Production – gibt’s die noch?«

Oder anders gefragt, hat es sie je gegeben? Oder wurde mit diesem Begriff lediglich versucht, ein bedrohlich unverstandenes Phänomen zu bannen? Aber der Reihe nach. Ein großer Dank für diesen Gastbeitrag geht an Dr. Gerhard Wohland. Gerhard Wohland ist Physiker, »68er«, Buchautor sowie Berater und gilt als einer der führenden Spezialisten für dynamikrobuste Organisationen. Seine Klarheit in Wort und Schrift begeistert mich seit längerem und so bat ich ihn, seine Sicht auf den aktuellen Diskussions-Stand zum Lean Management für diesen Blog niederzuschreiben. Zuvor hat er mir noch ein kurzes Interview gegeben: Lars Vollmer: Gerhard, Dein Leitmotiv sind Denkwerkzeuge. Wie kamst Du als Physiker zu diesem Motiv?< Gerhard Wohland: Ob ich dabei als Physiker eine Rolle spiele, weiß ich nicht. Ich unterscheide Methode und Werkzeug. Wenn eine Methode zum Problem passt, sagt sie was zu tun ist. Wird den Anweisungen gefolgt, verschwindet das Problem. Ein Werkzeug ist problemneutral. Mit einem Hammer können Nägel eingeschlagen werden oder er dient als Türstopper. Ein Werkzeug kann erst dann zur Problemlösung beitragen wenn es mit einer Idee kombiniert wird. Ohne …