Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erfolg

Ep. 68 – Was Erfolg für Erwachsene heißt

Episode 68 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Man walking to the sky. Meine Mutter hat mich als kleinen Jungen zum documenta-Fan gemacht, als wir hier in Kassel gelebt haben so ein paar Jahre. Aber erst später hat Jonathan Borowsky diese Skulptur zur IX documenta, 1990 gemacht. Ich finde sie großartig – auch wenn sie hier vielleicht etwas ungünstig steht auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof. Borowsky hat diese Skulptur gestaltet, so habe ich nochmal nachgelesen, in Andenken an seinen Vater. Der hat ihn wohl als kleinen Bub oft auf seinem Schoß hat sitzen lassen und ihm die Geschichte eines Riesen erzählt, der im Himmel ist und Gutes für die Menschen tut. Und dort hinzustreben war wohl die Intention dieser Skulptur. Aber heute wird sie in allerlei Medien und Veröffentlichungen immer so ein bisschen missbraucht als ein Symbol für den klaren Blick nach oben, für den gradlinigen Weg zum Erfolg und den kräftigen Schritt, den diese Figur dort geht. Deswegen wird das Ding auch in Deutsch »Himmelsstürmer« genannt von den Kasseler Einwohnern. Ein schöner Name aber eine fast …

Komplizenschaften – Problemlösung mit vernünftigen Kriminellen

»Holen Sie mir Griggs, ich muss ihn dringend sprechen!« »Wen?« »Fragen Sie nicht, finden Sie ihn!« Sie kennen Griggs auch nicht? Wirklich nicht? Dabei dürfte er genauso in Ihrem Unternehmen zu finden sein! Die kleine Szene mit Brad Pitt alias Rusty im Film »Ocean’s Eleven« beschreibt treffend, was täglich in Unternehmen passiert: Für einen nicht ganz offiziellen Coup suchen sich einzelne Personen Verbündete – nicht im kriminellen Sinne, sondern für die Lösung von akuten und nicht-ignorierbaren Problemen. Also: Die im Untergrund arbeitenden Teams, die maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Untergrund, Coup, geheime Machenschaften in Ihrem Unternehmen … Nein, ich wandere nicht auf subversiven Abwegen! Ich beschreibe nur die Realität. Der Coup ist das Ziel In den meisten Gesprächen über Organisation ist von Teams die Rede. Solche, die geführt werden und in festen Strukturen an einer ganz bestimmten Stelle verortet sind. Die, die für noch mehr Wirkung zusammenwachsen und einen Teamgeist entwickeln sollen. Jene, die zumeist auf die langfristige Zusammenarbeit angelegt sind. Aber es gibt eben auch unsichtbare Teams. Oder wie es die Hamburger Professorin …

Die vier Elemente von echtem und ehrlichem unternehmerischem Erfolg

In jeder Diskussion über neue, vermeintlich moderne Formen von Organisation und Führung von Unternehmen kommt irgendwann – fast unweigerlich – das Argument: »Aber VW […alternativ auch Siemens oder die Deutsche Bank…] ist doch ganz traditionell organisiert und, jedenfalls vor dem Skandal, extrem erfolgreich.« Ich könnte nicht anderer Meinung sein: NEIN, erfolgreich war VW auch vor Dieselgate nicht. Denn Erfolg ist eben nicht nur Erfolg aus Sicht der Kapitalverzinsung, die VW ganz ohne Zweifel hatte. Die vier Elemente des echten und ehrlichen Erfolgs sind: Erstens: Die Inhaber des Unternehmens sind zufrieden mit der geleisteten Arbeit, weil der Profit, also der Gewinn bzw. die Rendite auf das eingesetzte Kapital hoch ist und tendenziell schneller wächst als der Markt. Darum lohnt es sich für die Inhaber, ihr Kapital weiter einzusetzen oder gar noch mehr Kapital zuzuschießen. Das Unternehmen ist aus Investorensicht attraktiv. Zweitens: Die Mitarbeiter des Unternehmens sind zufrieden mit der geleisteten Arbeit, weil sie stolz darauf sein können. Was sie geleistet haben, hat einen Sinn, leistet einen positiven Beitrag für andere. Es fühlt sich gut an, gemeinsam eine Aufgabe zu …

Ep. 42 Demokratie im Unternehmen

Episode 42 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Derzeit wird ja wieder eine neue Organisationsdiskussion voller Inbrunst geführt, nämlich die, dass bzw. ob Unternehmen demokratisiert werden müssen. Nach meinem Dafürhalten vermischt sich da eine sehr moralische und eine zutiefst ideologische Überzeugung. Und die beiden treten dann gegen einander an. Die Moralisten argumentieren tendenziell so, dass es doch per se richtig sei — moralisch gefestigter und besser — wenn Mitarbeiter im Unternehmen intensiver beteiligt werden. Während die Ideologen meinen, das ginge halt gar nicht, sonst käme es ja nicht zu einer Entscheidung und die müsse nun schon mal von dem Chef getroffen werden. Ich halte beides für Unsinn. Also zum einem ist die Demokratie ja für einen ganz anderen Zweck geschaffen, bzw. hat sich eher für einen ganz anderen Zweck entwickelt. Nämlich für den der Verträglichkeit. Also in einer gesellschaftlichen Gruppe sich nicht die Köpfe einzuschlagen. Das ist letztlich die große Errungenschaft von Demokratie. Scheinbar gibt es derzeit nichts besseres auf der Welt. Aber daraus abzuleiten, dass sich automatisch dadurch auch die besten wirtschaftlichen Entscheidungen treffen ließen hat …

Die Sehnsucht nach Verstehen des Erfolges

Die Sinngebungsmaschinerie unseres intuitiven Verstandes lässt uns die Welt geordneter, einfacher, vorhersagbarer und kohärenter sehen, als sie es tatsächlich ist. Die Illusion, man habe die Vergangenheit verstanden, füttert den Irrglauben, man könne die Zukunft vorhersagen und kontrollieren. Neulich bekam ich mal wieder eine Studie über die Erfolgsfaktoren von Unternehmen in die Hände. Allerneuste Wissenschaft darüber, was die wirklich und langanhaltend erfolgreichen Unternehmen auszeichnet. Wirklich fundiert. Endlich glaubhaft. Diese Bücher haben eine lange Tradition im westlichen Managementkanon. Das erste Buch dieser Reihe lief mir schon vor vielen Jahren von Tom Peters über den Weg. Der Titel: »Auf der Suche nach Spitzenleistungen«. Der bekannteste Autor derartiger Wirtschaftsschmonzetten der neuen Zeit scheint Jim Collins zu sein. Eines seiner Bestseller hat den Titel »Immer erfolgreich« und enthält eine gründliche Analyse von 18 Paaren konkurrierender Unternehmen, bei denen immer eines erfolgreicher war als das andere. Seine Kernbotschaft: gute Führungspraktiken lassen sich eindeutig identifizieren und sie werden durch gute Ergebnisse belohnt. Ein Resultat, das jedem Manager schmeichelt, der in einem – für den Moment – erfolgreichen Unternehmen arbeitet und wohl jedem …