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Planung ist für Kinder – über die Macht der Flutschbegriffe

Sagen Sie im nächsten Business-Meeting doch einfach mal laut und vernehmlich das Wort »Dachziegel!« – Sie werden schon sehen, was dann passiert. In Kurzfassung: Anstarren. Betretenes Schweigen. Ungläubiges Nachfragen: »Was? Wie bitte?« Tuscheln. Räuspern. Ignorieren. Verlegen mit dem Stift spielen. Auf die Metaebene gehen: »Was reden Sie da für einen Unsinn?« Oder: »Soll das eine Provokation sein?« Oder: »Sehr witzig!« Oder: »Würden Sie bitte präzisieren?« Falls Sie nicht zufällig in der Baustoff-Industrie tätig sind, wir eines jedenfalls NICHT passieren: Flüssige Kommunikation. Nein, der ganze Sprechfluss der Besprechung, die Interaktion, eben die Kommunikation gerät ins Stocken. Warum? Weil das Wort »Dachziegel« ja überhaupt nicht anschlussfähig ist. Man kann beim besten Willen die Kommunikation nicht daran fortsetzen. Das aber stört die Menschen, denn menschliche Kommunikation will vor allem eines: sich fortsetzen. Das merken Sie zum Beispiel, wenn Menschen in der geöffneten Tür stehen, um die Gäste zu verabschieden … und nach einer halben Stunde noch immer in der Tür stehen und mit den sich noch immer verabschiedenden Gästen weiterquasseln. Da flutscht die Kommunikation so dermaßen, dass sie gar nicht mehr aufhören …