Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hannover

Ep. 49 Vertrauen – Nehmen Sie lieber nicht das Taxi!

Episode 49 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Vertrauen ist ja DER Erfolgsfaktor schlechthin in der heutigen Zeit. Jedenfalls kann man den Eindruck haben, denn es steht ja fast in jedem dritten Artikel so drin. Und es klingt ja auch gut. Obgleich ich häufig den Eindruck habe, dass da Ursache mit Wirkung verwechselt wird. Denn Vertrauen ist ja ganz sicherlich nicht zielgerichtet, stabil und reproduzierbar zu erzeugen, mit irgendwie zwei schönen Workshops oder Seminaren. Viel wichtiger erscheint mir da immer ein Blick auf das Misstrauen zu werfen, was scheinbar in die DNA von manchen Unternehmen fest eingepflanzt zu sein scheint. Ich kenne Vertriebsleiter von 500 Millionen Euro starken Maschinenbauern, die im Auftrag und mit dem Vertrauen des Inhabers und der Geschäftsleitung große Deals aushandeln dürfen. Die fliegen dann nach Südamerika und kämpfen wie ein Löwe, drei- vier- fünf Tage darum, diesen einen Auftrag zubekommen. Geben Rabatte, reden über Liefertermine und was nicht alles. Kommen nach Hause, werden wohlmöglich dafür gefeiert, müssen dann aber noch in die Reisekostenstelle, um sich dafür zu rechtfertigen, warum sie für diesen einen …

Ep. 48 Aus Prinzip: Regelbücher für Intelligenzallergiker

Episode 48 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Da spricht mich neulich ein Zuschauer während meines Vortrages an und sagt sehr höflich, „Herr Vollmer alles gut und schön, aber bei uns gibt es dafür klare Vorgaben und gute Regeln. Da haben sich kluge Köpfe einfach schon mal Gedanken drum gemacht. Da muss doch jetzt nicht jeder im Unternehmen immer wieder alles selbst denken. Das ist doch total ineffizient.“ Ja klar. Wir brauchen wahrscheinlich einfach nur noch mehr Regeln und schon kommen wir in unserer komplexen Welt zurecht und können auf alle Überraschungen irgendetwas anbieten. Und dann weiß auch der letzte Intelligenzallergiker im Unternehmen, was er wann und wie und wo zu tun hat. Nein, wir brauchen nicht noch mehr Regeln in unseren Unternehmen. Schon heute haben wir Regelhandbücher, Prozesshandbücher, die sind so dick – dagegen sind Moses Steintafeln wie Flugblätter. Nein, wir brauchen Regeln für die komplizierten Teile unserer Organisation, für die Routine, für das Wiederkehrende. Für die komplexen Teile brauchen wir etwas ganz anderes. Ich benutze gern den Begriff Prinzipien dafür. Regeln sind laut, …

Ep. 43 Aus Fehlern kann man lernen? Irrtum!

Episode 43 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Ja das Leben ist grau. Es ist nicht schwarz, es ist nicht weiß, es ist eben beides. Und gerade deswegen müssen wir lernen, so klar zwischen weiß und schwarz zu unterscheiden. Deswegen reicht es nicht über einzelne Begriffe zu fabulieren, wir müssen den Unterschied herausstellen. Sonst ist jedes Gerede über grau nur Quacksalberei. Und grau ist dann auf einmal immer nur eine Abweichung von weiß oder von schwarz. Ein schönes Beispiel ist die Debatte, die ewige, um Fehlerkultur. Und wir müssten doch Fehler begrüßen, weil man doch aus Fehlern lernen könne. Das klappt nur, wenn man Fehler mit Irrtum verwechselt. Wenn man also schwarz und weiß gleich setzt. Mein Vorschlag wäre eher, lassen wir uns Fehler als das falsche Verhalten begreifen, obwohl ich weiß was richtig ist. Also z.B. bei Rot über die Ampel fahren. Und Irrtum als das,  was auf einer Annahme über die Welt beruht und die sich dann beim späteren Handeln als falsch herausstellt. Aus Irrtümern kann man hervorragend lernen. Aus Fehlern überhaupt nicht. Der einzige Weg …

Ep. 41 Expertenfalle – Schuhe putzen macht erfolgreich. Oder?

Episode 41 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Experten sind Fluch und Segen. Experten helfen uns durchs Leben, indem sie uns allen aus Ihren Erfahrungen heraus Denkanstöße und konkrete Ratschläge geben, wie wir agieren sollen. Sie sind ein riesiger Fluch gleichzeitig, weil sie ihr Wissen trivialisieren. Viele Experten können sehr glaubhaft nachweisen, dass sie in ganz bestimmten Situationen sehr erfolgreich agiert haben. Da gibts den Unternehmer, der wirklich schon tolle Unternehmen gegründet hat. Da gibts den Verkäufer, der nachweisen kann, dass er für seine Company früher Millionenbeträge an Gewinnen durch gute Verkäufe erwirtschaftet hat. Und jetzt fängt der an – und das ist diese Trivialisierung – aus seinen Erfahrungen kausale Rückschläge zu ziehen. Er habt beispielsweise immer seine Schuhe geputzt und kommt jetzt womöglich auf den Gedanken, dass das der Grund sei, unter anderem, warum er so erfolgreich war. Oder er hat immer ganz besonders gut in Einwandsituationen sein Gespür herausgestellt, um die Situation für sich zu entscheiden. Und schließt daraus automatisch, dass es einen kausalen Zusammenhang gäbe: ›wenn Du die Einwandsituationen gut behandelst, dann wirst Du gut …