Alle Artikel mit dem Schlagwort: Improvisation

Improvisation für mehr Innovation

Improvisation für mehr Innovation

Die Standardfrage auf Branchenkongressen: »Und was machen Sie?« Sie bezieht sich meist weniger auf Ihre Tätigkeiten oder auf ein aktuelles Projekt, sondern fast immer auf Ihre Position im Unternehmen. Der Frager will wissen, wer Sie sind, und das erkennt er daran, welche Stelle Sie innehaben. Aufgabenbereich, Position, Stelle – damit werden Sie ganz selbstverständlich identifiziert. Sie sind sozusagen Ihre Stelle, Sie sind Kundenbetreuer im Versicherungsaußendienst, Erzieherin in einer Krippengruppe oder Head of Marketing & Sales. Diese Stelle, die schlussendlich nichts anderes ist als ein Amt, wurde Ihnen von einem Chef verliehen. Chef ist selbstverständlich auch ein Amt. Ein Amt, das wiederum von einem Vorgesetzten zugewiesen wurde. Und so weiter und so fort, bis zu den Eigentümern. Jeder Amtsinhaber hat dadurch eine feste Aufgabe, feste Zuständigkeiten. Was aber wird in Organisationen aus den Aufgaben, für die niemand zuständig ist? Die in keiner Stellenbeschreibung festgehalten und nicht ausdrücklich vom Chef aufgegeben wurden? Hier spielt die Musik! Tatsächlich erfordert jede Organisation, dass getan wird, was zu tun ist – insbesondere die Dinge, für die niemand zuständig ist. Und …

Was wir von Jazz statt von Klassik lernen müssen

Zwei Herren, der eine schon über siebzig, der andere nur neun Jahre jünger, schreiten gemächlich auf die Bühne, der eine mit Hemd und Sportjacke, der andere, ein bärtiger mit Rasterlocken, im grauen T-Shirt zur Jeans und mit einem Kaffeebecher in der Hand. Beide sehen aus, als wenn sie zu einer Probe oder zu einem lokalen Fußballspiel der Kreisliga schlendern, bei denen ihre Söhne mitkicken. Aber unvermittelt bricht ein frenetischer Jubel aus und fast 2.500 Menschen in der Alten Oper Frankfurt klatschen stehend Beifall. Dabei ist noch gar nichts passiert. Die beiden setzen sich, der eine an den schwarzen Steinways-Flügel, der Bärtige daneben auf einen billigen Stuhl, der wohl aus der Theater-Kantine noch kurz vor Beginn eilig herangeschafft wurde. Beide lächeln und winken kurz ins Publikum. Die Sportjacke bleibt an, der Kaffebecher in der Hand. Als es still wird im Saal fangen die beiden an, sich miteinander zu unterhalten. Sie scheinen zu flaksen und sich kurz abzustimmen – so richtig bekommt man das aus der 14. Reihe, in der ich sitze, nicht mit. Dann stellt der …