Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kaffeeautomatendenke

Warum Mitarbeitergespräche was für schlechte Köche sind

Jahresende + Führung = Mitarbeitergespräche! Diese Formel ist in den Köpfen vieler Führungskräfte so tief eingebrannt wie ihr Geburtsdatum oder die Tatsache, dass es freitags in der Kantine Fisch gibt. Mit anderen Worten: So gehört sich das, so muss das sein. Zum Jahresende oder wahlweise am Jahresanfang gibt es eben – Achtung, heiß und fettig – Mitarbeitergespräche serviert. Also Gespräche zwischen zwei Menschen mag ich schon. Und Fisch auch – jedoch nur wenn er in der Mitte nicht zu glasig und nicht zu trocken ist und bitte nicht jede Woche und nicht nach dem immergleichen Rezept zubereitet. Mitarbeitergespräche nach Omas Rezept Die Grundrezeptur für Mitarbeitergespräche hat sich in den letzten Jahren überhaupt nicht verändert – lief ja schließlich immer gut so: Man nehme ein abgehangenes Stück Mitarbeiter und setze das ins Besprechungszimmer des Chefs. Dort lasse man den Mitarbeiter dann erst mal zwanzig Minuten im eigenen Sud köcheln, bis die Zuversicht deutlich reduziert ist. Wenn man dann zum Ablöschen einen ordentlichen Schuss Chef und eine große Prise dezidierte Gesprächsagenda von HR hinzugibt, zischt es schön. Allerdings …

Wrong Turn – Wenn Menschen mit Kaffeemaschinen verwechselt werden!

Pläne sind etwas Wunderbares. Vor allem wenn sie von Politikern oder Managern erdacht werden. Denn da sind ja Profis am Werk: es kann also nichts schief gehen! Für Politiker und Wirtschaft besonders wichtig: Mit einem genauen Plan haben sie die Zukunft im Griff… zumindest wenn der Plan aufgeht. Interessanterweise tut er das meistens nicht. Und das hat einen Grund!Es war eigentlich eine gute Idee: durch Pfand Müll vermeiden. Deshalb hatte das Bundesumweltministerium am 1. Januar 2003 das Flaschenpfand für Einwegflaschen eingeführt. Ziel war es, die Menschen dazu zu bewegen, umweltfreundliche Mehrwegflaschen zu kaufen. Zwar waren nun beide Flaschenarten mit Pfand belastet: auf Mehrwegflaschen entfielen aber nur 15 Cent, auf Einwegflaschen hingegen 25 Cent. Der logische Schluss: die Menschen würden die Finger von den umweltschädlichen Einwegflaschen lassen und lieber Mehrwegflaschen kaufen. Oben 10 Cent Unterschied einwerfen – unten umweltfreundliches Verhalten rausbekommen – wie bei einer Kaffeemaschine: Oben Knopf drücken, unten Tasse drunterstellen. Kaffee fertig. Und hat es funktioniert? Wrong Turn! Von 60 Prozent Mehrweg-Anteil im Jahr 2003 ging es abwärts bis der Anteil 2008 nur noch …