Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kausalität

Ep. 58 Das Methoden Märchen

Die Episode 58 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Es war einmal ein Team. Keiner wußte genau, wie es zustande gekommen war, aber plötzlich war es da. Es hatte die Aufgabe, ein wirklich anspruchsvolles Kundenproblem zu lösen. Ein wichtiger Kunde war es. Sie fingen an zu arbeiten und kamen den ersten Lösungsschritten schon näher, merkten aber irgendwann: ›wir müssen uns auch vernünftig organisieren. So einfach funktioniert das nicht.‹ Der Erste schlug vor: ›lass uns doch Magnetchips nehmen, die wir dann irgendwo hinpinnen‹ ﹣ aber es funktionierte nicht richtig. Der nächste sagte: ›vielleicht schaffen wir es irgendwie mit Karten, die wir dann weiterbewegen, je nachdem wie weit wir mit dem Fortschritt der Aufgabe sind‹ ﹣ und es funktioniert schon etwas besser. Und sie arbeiteten weiter und lösten das Kundenproblem. Irgendwann war es gelöst und sie waren sehr glücklich und sehr stolz und bekamen auch die Aufgabe, das nächste Problem in der gleichen Art und Weise zu lösen. Dann tauchte plötzlich ein Berater auf ﹣ oder war es ein Professor, so genau weiß es gar keiner mehr. Und er …

Ep. 41 Expertenfalle – Schuhe putzen macht erfolgreich. Oder?

Episode 41 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Experten sind Fluch und Segen. Experten helfen uns durchs Leben, indem sie uns allen aus Ihren Erfahrungen heraus Denkanstöße und konkrete Ratschläge geben, wie wir agieren sollen. Sie sind ein riesiger Fluch gleichzeitig, weil sie ihr Wissen trivialisieren. Viele Experten können sehr glaubhaft nachweisen, dass sie in ganz bestimmten Situationen sehr erfolgreich agiert haben. Da gibts den Unternehmer, der wirklich schon tolle Unternehmen gegründet hat. Da gibts den Verkäufer, der nachweisen kann, dass er für seine Company früher Millionenbeträge an Gewinnen durch gute Verkäufe erwirtschaftet hat. Und jetzt fängt der an – und das ist diese Trivialisierung – aus seinen Erfahrungen kausale Rückschläge zu ziehen. Er habt beispielsweise immer seine Schuhe geputzt und kommt jetzt womöglich auf den Gedanken, dass das der Grund sei, unter anderem, warum er so erfolgreich war. Oder er hat immer ganz besonders gut in Einwandsituationen sein Gespür herausgestellt, um die Situation für sich zu entscheiden. Und schließt daraus automatisch, dass es einen kausalen Zusammenhang gäbe: ›wenn Du die Einwandsituationen gut behandelst, dann wirst Du gut …

Der intelligente Irrtum

Hohes volkswirtschaftliches Bildungsniveau führt zu prosperierender Wirtschaft! Diese Aussage ist eigentlich kein Zitat. Nein! Das ist eine Glaubensvorstellung, die fest in fast allen Gesellschaften verwurzelt ist. Die gesamte Entwicklungspolitik basiert darauf: Bildungszentren bei SOS-Kinderdörfern in Liberia, Hochschulen für Lebensmitteltechnik im Senegal, Schulprojekte auf Madagaskar, Projektpartnerschaften mit Grundschulen in Afghanistan und und und … Und nicht nur der Blick auf Entwicklungsländer ist von dieser Annahme bestimmt: Tony Blair bestritt auf Basis dieser These seinen gesamten Wahlkampf für den Posten als britischer Premierminister. Auf dem Parteitag 1996 nannte er als Prioritäten nach einer möglichen Regierungsübernahme »Bildung, Bildung, Bildung«. Für sich genommen, klingt die These ja auch logisch. Ich stimme ihr trotzdem nicht zu. Warum nicht? Lassen Sie mich zuerst die Gegenthese aufstellen: »Eine prosperierende Wirtschaft erlaubt es der Gesellschaft, mehr Geld in Bildung zu investieren!« Schauen wir mal, ob sich für jede der beiden Thesen Beispiele finden lassen. Dazu bietet sich die Fragestellung an, was denn zuerst da war – ähnlich wie bei der Henne und dem Ei. Lässt sich als erstes eine blühende Wirtschaft nachweisen, oder herrschte …

Wrong Turn – Wenn Menschen mit Kaffeemaschinen verwechselt werden!

Pläne sind etwas Wunderbares. Vor allem wenn sie von Politikern oder Managern erdacht werden. Denn da sind ja Profis am Werk: es kann also nichts schief gehen! Für Politiker und Wirtschaft besonders wichtig: Mit einem genauen Plan haben sie die Zukunft im Griff… zumindest wenn der Plan aufgeht. Interessanterweise tut er das meistens nicht. Und das hat einen Grund!Es war eigentlich eine gute Idee: durch Pfand Müll vermeiden. Deshalb hatte das Bundesumweltministerium am 1. Januar 2003 das Flaschenpfand für Einwegflaschen eingeführt. Ziel war es, die Menschen dazu zu bewegen, umweltfreundliche Mehrwegflaschen zu kaufen. Zwar waren nun beide Flaschenarten mit Pfand belastet: auf Mehrwegflaschen entfielen aber nur 15 Cent, auf Einwegflaschen hingegen 25 Cent. Der logische Schluss: die Menschen würden die Finger von den umweltschädlichen Einwegflaschen lassen und lieber Mehrwegflaschen kaufen. Oben 10 Cent Unterschied einwerfen – unten umweltfreundliches Verhalten rausbekommen – wie bei einer Kaffeemaschine: Oben Knopf drücken, unten Tasse drunterstellen. Kaffee fertig. Und hat es funktioniert? Wrong Turn! Von 60 Prozent Mehrweg-Anteil im Jahr 2003 ging es abwärts bis der Anteil 2008 nur noch …