Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kunde

Die vier Elemente von echtem und ehrlichem unternehmerischem Erfolg

In jeder Diskussion über neue, vermeintlich moderne Formen von Organisation und Führung von Unternehmen kommt irgendwann – fast unweigerlich – das Argument: »Aber VW […alternativ auch Siemens oder die Deutsche Bank…] ist doch ganz traditionell organisiert und, jedenfalls vor dem Skandal, extrem erfolgreich.« Ich könnte nicht anderer Meinung sein: NEIN, erfolgreich war VW auch vor Dieselgate nicht. Denn Erfolg ist eben nicht nur Erfolg aus Sicht der Kapitalverzinsung, die VW ganz ohne Zweifel hatte. Die vier Elemente des echten und ehrlichen Erfolgs sind: Erstens: Die Inhaber des Unternehmens sind zufrieden mit der geleisteten Arbeit, weil der Profit, also der Gewinn bzw. die Rendite auf das eingesetzte Kapital hoch ist und tendenziell schneller wächst als der Markt. Darum lohnt es sich für die Inhaber, ihr Kapital weiter einzusetzen oder gar noch mehr Kapital zuzuschießen. Das Unternehmen ist aus Investorensicht attraktiv. Zweitens: Die Mitarbeiter des Unternehmens sind zufrieden mit der geleisteten Arbeit, weil sie stolz darauf sein können. Was sie geleistet haben, hat einen Sinn, leistet einen positiven Beitrag für andere. Es fühlt sich gut an, gemeinsam eine Aufgabe zu …

Freeze - Kälteschock für Projekte

FREEZE – Kälteschock für Projekte

»Zugriff verweigert.« Bitte was? Das Projekt haben Sie doch selber angelegt. Und das Projekt vom Kollegen ist auch weg. Leise Panik macht sich in Ihnen breit. Ist das ein EDV-Problem? Die EDV meint: »Nein, alles in Ordnung, der Ordner wurde verschoben, Sie haben keinen Zugriff mehr darauf.« Aber wie sollen Sie dann an dem Projekt arbeiten? Ein Anruf beim Chef gibt Ihnen Antwort: »Gar nicht!« Wurden Sie abgezogen? Will der Chef Sie loswerden, findet Sie nicht gut genug? Oh nein, keine Sorge. Es ist schlicht eine Maßnahme, damit Projekte schneller fertig werden. Wenn Sie jetzt endgültig verwirrt sind, dann habe ich dafür vollstes Verständnis. Aber sagen Sie mir nicht, dass Sie das Ausgangsproblem nicht kennen – sich unendlich hinziehende Projekte, die niemals oder nur verspätet fertig werden. Das Multitasking-Problem Gründe dafür gibt es genug. Wenn Unternehmen feststellen, dass sie ihre Projekte selten rechtzeitig abschließen, begehen sie häufig den Fehler zu glauben, dass sie den Zeitrahmen zu ehrgeizig gesteckt haben. Die Lösung erfolgt dann so schnell wie folgenschwer: mehr Puffer einplanen. Oder der Fehler wurde an anderer …

Projektverzögerung: Wenn die Yacht zu kurz ist

Projektverzögerung: Wenn die Yacht zu kurz ist

Fertigstellung März 2016. Das war mal der Plan für den Berliner Flughafen. Dass dieses Ziel schon längst nicht mehr realistisch ist, weiß wohl jeder. Naja, immerhin haben sie den Point of No Return erreicht – jedenfalls laut dem neuesten Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Ähnlich das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm: Ursprünglich sollte es 2019 abgeschlossen sein, nun wird der Bahnhof vermutlich erst 2022 eröffnet. An der Elb-Philharmonie-Baustelle sind übrigens die Baukräne abgebaut worden – sieht gut aus. Von außen. Dass sich öffentliche Projekte verzögern, scheint nahezu Pflicht zu sein. Und gerne beschweren sich die Steuerzahler dann über die Unfähigkeit von öffentlichen Einrichtungen und die unnütze Verschwendung von Steuergeldern. Verständlich. Verzögerung nicht nur bei Großprojekten Für ärgerliche Verzögerungen muss es aber gar kein milliardenschweres Großprojekt sein. Auch Unternehmen sind vor Projektverzögerungen nicht gefeit. »Ist das immer noch nicht fertig?« »Wie, nochmal eine Besprechung für das Projekt? Das war doch alles schon längst festgelegt.« Wie oft ertönen solch verwunderte Ausrufe wohl jeden Tag in Unternehmen weltweit? Und wie oft haben Sie sich schon darüber geärgert? Da regen sich die Projektleiter und …

Markt als Wimmelbild: Mercat dels Encants

ProduktTEST vor ProdukTION

Sie haben es vielleicht auch gehört: die Fernsehserie »Die Höhle der Löwen« läuft wieder auf dem Sender VOX. Da stellen Jungunternehmer, Unternehmensgründer und Erfinder fünf Investoren ihre Geschäftsideen vor. Die können dann entscheiden, ob sie an die Idee und deren Erfolg glauben und die Teilnehmer ganz real mit ihrem Geld unterstützen wollen. Trotz der allzu voyeuristischen Ausführung, finde ich das eigentlich ein ganz interessantes Format.  Ist auch ziemlich spannend zu sehen, mit welchen Ideen die Teilnehmer so ankommen – zwischen anerkenndem Staunen und hochrotem Fremdschämen werden alle Gefühlsvarianten angeboten. Nur ein Problem hat die Sendung: Keiner der Anwesenden, egal wie groß seine Erfahrung von »dem Markt« auch sein mag, kann zuverlässig beurteilen, ob und wie erfolgreich eine Idee werden kann. Natürlich hält es sie nicht davon ab genau dies zu tun – schließlich sind sie ja dafür in der Sendung. Aber ob sie recht haben, wird sich erst zeigen, wenn das Produkt am Markt ist, also auf die Kunden losgelassen wird. Naja, darum heißt es wohl auch RISIKOkapital. Tatsache ist eben: Auch gute Ideen können …

Ep. 51 Teams - Mit 11 Stürmern das Spiel gewinnen

Die Episode 51 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Der Teambegriff ist heutzutage immer noch sehr sehr populär. Naja, er klingt ja auch frisch, immer noch modern und versprüht so einen Hauch Internationalität. Mein Eindruck ist aber, dass in den allermeisten Organisationen überhaupt keine Teams gebildet werden, sondern eher so Cluster. Also Gruppen von Menschen, die vielleicht noch ein gemeinsames Ziel teilen – meistens aber nur eine gemeinsame Kennzahl, die jeder individuell zu erfüllen hat. Aber vor allem sind diese Cluster überhaupt gar nicht auf echte Kollaboration angewiesen. Sie unterstützen sich, ohne Frage. Und der Teamgeist kann ganz hoch sein, aber sie sind organisationell gesehen weiterhin ein Cluster. Und kein Team. Ein Team nämlich ist eine Gruppe von Menschen, die ein von außen kommendes Problem, vom Markt, vom Kunden, vollumfänglich lösen kann. Die also – egal wie sie besetzt ist – aus organisationeller Sicht alle Expertisen aufbringen muss, um dieses Problem zu lösen. Wie eine Fußballmannschaft. Auch wenn man 11 Stürmer auf den Platz stellt, sie werden gemeinschaftlich alles abdecken müssen, wenn sie eine Chance …

Mythos Markt – Warum Marktdruck nicht jeden trifft

Marktdruck ist ja ein richtiges Modewort geworden. Es ist schon so populär, dass es in die Alltagssprache übergegangen ist. Achten Sie mal drauf. Da lesen wir Bemerkungen wie: »Der Markt übt starken Druck auf die Unternehmen aus.« »Der allgemeine Marktdruck zwingt uns in die Knie.« Natürlich gibt es dann auch tolle Tipps, wie Unternehmen dem steigenden Marktdruck standhalten können. Alles Blödsinn, wenn Sie mich fragen! Den Markt per se gibt es gar nicht. Er ist etwas Abstraktes. Sie können ihn nicht anrufen, er hat keine Adresse, er antwortet Ihnen nicht. Darum übt er auch auf niemanden Druck aus. Ja, hinter dem Mythos ›Marktdruck‹ steckt ein Denkfehler. Und nicht nur das: Auch zu glauben, dass es dann eben die Kunden sind, die Druck auf Unternehmen ausüben, geht an der Realität vorbei. »Wir müssen uns den Kundenwünschen anpassen.« »Die Kunden erwarten von uns …« Newsflash: Die Kunden haben keine Ahnung, was sie wollen. Moment, das ist so nicht ganz richtig. Kurzfristig wissen sie es sehr wohl. Aber langfristig wollen sie immer nur das, was sie im Wettbewerb schon …

Maschinenbauers Denkfehler der schwierigen Kunden

Maschinen- und Anlagenbauer, die sich über Ihre wankelmütigen Kunden beschweren, tappen in eine Denkfalle. Der Wunsch nach vollständig geklärten Aufträgen vom Kunden und technisch einheitlichen Produkten führt eher zum Insolvenzrichter als vor die Fabrik-des-Jahres Jury. Die Ursache liegt im Festhalten an einem alten Dogma, das immer noch mantraartig verbreitet wird. Die Beziehung von mitteleuropäischen Maschinen- und Anlagenbauern zu Ihren Kunden ist eine ganz spezielle. In meiner Wahrnehmung ist es häufig eine Hassliebe. Natürlich, alle wissen, dass die Kunden für ein auskömmliches Leben der Mitarbeiter und Eigentümer sorgen. Und der Kunde ist König – na klar. Sagt man so, steht auch in den Leitlinien des Unternehmens. Trotzdem: er nervt. Mancher Kunde weiß noch nicht einmal genau, was er wirklich haben will, bestellt aber schon mal. Im Verlaufe der nächsten Tage kläre sich angeblich der »kleine Rest« an Details. Wer’s glaubt… Andere Kunden schicken erst mehrere hundert Seiten Spezifikation, um diese dann nach Auftragsbestätigung mehrmals nach Herzenslust zu modifizieren. Natürlich bleibt der Liefertermin unberührt. Wieder andere Kunden wählen aus dem technischen Katalog des Herstellers artig die gewünschten …