Alle Artikel mit dem Schlagwort: Leistung

Weil Leistung eben nicht gleich Leistung ist

Wie fatal ist das denn? Offensichtlich sind nicht einmal Weltkonzerne wie Microsoft davor gefeit, sich unzeitgemäßen Überlegungen zu unterwerfen. Da hat der Software-Gigant doch tatsächlich ein Add-on für Microsoft Office auf den Markt gebracht, das sich »Workplace Analytics« schimpft. Besagtes Produkt analysiert, wie viel Zeit ein Mitarbeiter auf das Schreiben von E-Mails oder in Besprechungen verwendet. Erträumtes Ende vom Lied: Die Führungskräfte sollen so ihre Prozesse optimieren und die Produktivität und Motivation ihrer Teams erhöhen können. Nettes Spielzeug. Allerdings herzlich unbrauchbar und toxisch. Dass ein Vorgesetzter durch diese Datenauswertung nur der Illusion verfällt, die totale Überwachung und Kontrolle über sein Team zu haben, davon möchte ich hier gar nicht erst anfangen. Dass dem Ganzen vor allem aber auch ein ganz zentraler, noch aus dem Fabrik- und Industriezeitalter stammender Denkfehler zugrunde liegt, scheint beim IT-Riesen bisher nicht angekommen zu sein. Dabei sollte längt klar sein: »Leistung = Zeit« war vorgestern. Der gute, alte Henry Natürlich gibt es noch Jobs, auf die diese einfache Gleichung anwendbar ist – vorne schnell Teile rein, damit hinten schnell viele fertige …

Performance-Tetris – Leistung trotz Boni

»Hier hast du ein Leckerli, jetzt mach auch endlich Männchen!« »Hast das Stöckchen geholt? Ja, fein gemacht!« »Nein, du bist nicht bei Fuß gelaufen … heute kriegst du auch keine Belohnung.« In Unternehmen geht es in den nächsten Wochen und Monaten wieder zu wie in einer Hundeschule. Die Mitarbeiter winseln, um ihre Leckerli … ähm … Boni zu kriegen, und die Herrchen – pardon, Führungskräfte – beurteilen, ob sie sich das auch verdient haben. Wer will sich im Job schon dem Rudelführer unterwerfen? Na gut, nach dem Organigramm mag die Rangordnung schon so anmuten. Wenn es allerdings um Leistung im Unternehmen geht, sind alle gleich. Oder anders: Die Leistung Einzelner hat – sodenn es sie überhaupt gibt – keine Relevanz – und somit sind auch individuelle Leistungsbeurteilungen und Boni ihrer Absicht zum Trotz tatsächlich in hohem Maße leistungsmindernd. Teamwork fordern, Einzelne fördern Ich kann die Logik ja nachvollziehen, dass Mitarbeiter und ganze Teams durch Belohnung noch stärker motiviert und zu noch besseren Leistungen animiert werden sollen. Aber sorry: die Logik ist schlichtweg falsch. Das Gegenteil …