Alle Artikel mit dem Schlagwort: London

Ep. 61 Warum Wirkung und Gefälligkeit nicht zusammengehen

Die Episode 61 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Iirgendwann muss man sich mal entscheiden: Es gibt meines Erachtens, wenn man als jemand arbeitet, der Unternehmen interveniert, der irritiert, der provoziert – sei es als Berater, sei es als Coach, sei es als Trainer, oder mit meiner Profession des »Betreuten Denkens“ – nur zwei Alternativen: entweder ›Gefälligkeit‹ oder ›Wirkung‹. Etwas in der Mitte ist kaum machbar. Das heißt, entweder ich tue etwas weil ich merke, es trifft den Nerv des Kunden, das mag er, seine Zufriedenheit wächst, er bucht mich nochmal, er fordert mich heraus, er möchte mit mir gemeinsam vielleicht auch im Zusammenspiel etwas besser werden. Oder aber, ich lege es darauf an, dass wirklich Wirkung erzielt wird. Das heißt, ich mache Interventionen, die im Zweifel extrem weh tun – mir und dem Unternehmen, die aber die Chance haben, das soziale System quasi so aus der Unwucht zu bringen, dass tatsächlich Wirkung entstehen kann. Nun mache ich das seit bereits 18 Jahren und stelle fest, beides gemeinsam funktioniert fast nie. Also musste ich mich irgendwann einmal …

Ep. 60 Timeout – Problemlösung ohne Agenda

Die Episode 60 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Na ja, über Meetings scheinen sich ja eigentlich alle einig zu sein. Die sind ineffektiv, ineffizient, langweilig, frustrierend, nervtötend und eigentlich auch immer voller Theaterspielerei. Meine Lieblingsalternative sind die sogenannten »Timeouts«, die wir beispielsweise aus dem Basketball gut kennen. Die finden immer nur statt, wenn es die jeweilige Situation erfordert und nicht weil ein Standard-Agenda-Meetingplan so etwas vorsieht. Und eine Agenda gibt es auch nicht. Ein Timeout findet ad hoc statt – in dem Moment – und zwar ausschließlich erzeugt aus dem Problem, was alle gemeinsam lösen wollen. Und so gibt’s kaum Taktik, kaum soziales Theater, sondern alle sind auf die Problemlösung fokussiert. Es wird meistens vom Trainer einberufen, manchmal auch sogar von den Spielern, und sportartbedingt im Stehen – obgleich das auch für manche Companies eine gute Lösung ist. Ich steh total auf Timeouts!       Lesen Sie dazu auch meine Kolumne vom 7. August 2015: Meeting-Massaker: Wozu kein Mensch Sitzungen braucht        

Ep. 59 Labore – Das soziale System überlisten

Die Episode 59 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Das gute alte Change-Management dürfte jetzt hinreichend seine Unwirksamkeit bewiesen haben, glaube ich. Im vorhinein durchdachte Konzepte zu erstellen, diese in eine Roadmap zu überführen und mit Rolloutplan umsetzen zu wollen, Vorbilder einzufordern, den Menschen Unwilligkeit zur Veränderung vorzuwerfen, euphemistisch von irgendwas mit ›Ins Boot holen‹ faseln – das hat nun hinreichend oft nicht funktioniert. Und dann könnte man tatsächlich anfangen, es auch mit anderen Denkansätzen zu probieren. Solchen Denkansätzen nämlich, die berücksichtigen, dass es sich bei einem Unternehmen nicht um eine Maschine, sondern um ein lebendiges soziales System handelt. Ein Format, das tatsächlich funktionieren kann, ist das eines »Labors«. Das ist nicht das gleiche wie ein »Leuchtturm«, es funktioniert nach einem ganz anderen Denkansatz. Ausgangspunkt eines Labors ist ein reales Problem und ein Team von Freiwilligen. Meist ist es ein Stifter, der sich von dem Problem provoziert fühlt und der dann ein Team gründet – ein Team stiftet, dass tatsächlich ein reales Problem mit externen Referenzen lösen will und lösen muss und eben auch scheitern kann. Das heißt, dieses …