Alle Artikel mit dem Schlagwort: Meeting

Ep. 71 – Meetings sind keine Arbeit

Episode 71 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Meetings sind zum Teil absurdes choreographiertes Business-Theater. Da wird am Vorabend des Meetings an einen völlig überdimensionierten Verteiler die Einladung geschickt. Der Chef sagt: »Ich komm fünf Minuten später, bitte fangen sie doch schon mal ohne mich an.« Er kommt dann 20 Minuten später und lässt sich alles noch mal aufrollen. Dann wird eine PowerPoint-Präsentation gehalten, an der – gefühlt – zehn Personen zwei bis drei Tage lang intensiv und penibelst an Inhalten, aber auch an Zeilenabständen und Strichstärken gearbeitet haben. Am Schluss wird dann immer auf den Tisch geklopft. Das ist wie bei Oma auf dem Geburtstag – alles so ritualisiert. Nichts gegen Höflichkeit, aber dieses Ritualisierte ist schon fast zum Fremdschämen. Und dann warten alle nach der Präsentation auf die HIPPO, also auf die Highest-Paid-Persons-Opinion, auf die Meinung des Höchstbezahlten im Raum. Gehälter sind zwar nicht transparent, aber trotzdem weiß jeder, wer diese Person ist. Entfleucht ein Lächeln über sein oder ihr Gesicht, so blasen alle in dasselbe Horn und heben das Positive des gezeigten Ansatzes hervor. Sind hingegen …

Hörbuch (endlich) erhältlich

Gute Nachricht: rund 6 Monate nach Erscheinen meines letzten Buches »Zurück an die Arbeit« ist die Hörbuchfassung erschienen. Ich durfte das Buch selber einlesen. Jetzt als CD bei amazon kaufen   Ein professionelles Hörbuchstudio strotzt nicht gerade vor Geräumigkeit, wie Sie auf dem Bild erahnen können. Und eine Lüftung ist aufgrund des extrem sensiblen Mikrophons auch nicht erlaubt. Sie können sich daher vorstellen, wie strapazierend die insgesamt 14 Studiostunden bei sommerlichen Außentemperaturen in München von knapp 30 Grad gewesen sind. Dennoch hat es mir viel Freude bereitet und ich hoffe, Sie genießen die 6,5 Stunden Laufzeit. Einen inspirierenden Hörgenuss wünsche ich Ihnen. Sie erhalten das Hörbuch sowohl als CD-Box mit 4 CDs, als auch zum Herunterladen, beispielsweise bei audible.de Jetzt Hörbuch herunterladen   Damit Sie einen Eindruck bekommen, habe ich Ihnen hier zwei Ausschnitte zusammengestellt, die Sie in Videoform hören (und schauen) können. Weitere Ausschnitte veröffentliche ich in den kommenden Tagen auf meinem Videokanal.

Die vierte Sorte der Verschwendung

Mura, Muri und Muda – bekanntermaßen sind das nicht die Cousinen von Tick, Trick und Track, sondern die drei großen Sorten operativer Verschwendung aus der Lean Management-Lehre. Die drei Ms sind Zeit- und Geldschleudern weil sie das Gegenteil wertschöpfender Aktivitäten repräsentieren und jede Organisation ist gut beraten, diese Verschwendungsquellen zu reduzieren. Spätestens seit den 1980er Jahren ist »Verschwendologie« zur Wissenschaft erhoben worden und wird wirksam verfolgt. Soweit so gut. Managementfolklore im sozialen System Es gibt allerdings noch eine vierte Sorte der Verschwendung, die aus Japan seinerzeit nicht übermittelt wurde. Ich gehe davon aus, dass sie damals irrelevant war und bei den Lean-Pionieren keinerlei Probleme verursacht hat. Mittlerweile ist sie aber zur vielleicht gewichtigsten und verlustreichsten Form der Verschwendung herangewachsen: die Managementfolklore. Darunter verstehe ich nun kein Märchen über die Entstehung von Management, sondern vielmehr alle Tätigkeiten in einem Unternehmen, die lediglich dazu dienen, die formale Struktur einer Organisation aufrechtzuerhalten. Die vierte Art der Verschwendung begehen Menschen, wenn sie nicht arbeiten, sondern Arbeit spielen. Das tun sie in Produktionshallen und gleichermaßen in den Büroetagen der Unternehmen. Und …

Ep. 60 Timeout – Problemlösung ohne Agenda

Die Episode 60 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Na ja, über Meetings scheinen sich ja eigentlich alle einig zu sein. Die sind ineffektiv, ineffizient, langweilig, frustrierend, nervtötend und eigentlich auch immer voller Theaterspielerei. Meine Lieblingsalternative sind die sogenannten »Timeouts«, die wir beispielsweise aus dem Basketball gut kennen. Die finden immer nur statt, wenn es die jeweilige Situation erfordert und nicht weil ein Standard-Agenda-Meetingplan so etwas vorsieht. Und eine Agenda gibt es auch nicht. Ein Timeout findet ad hoc statt – in dem Moment – und zwar ausschließlich erzeugt aus dem Problem, was alle gemeinsam lösen wollen. Und so gibt’s kaum Taktik, kaum soziales Theater, sondern alle sind auf die Problemlösung fokussiert. Es wird meistens vom Trainer einberufen, manchmal auch sogar von den Spielern, und sportartbedingt im Stehen – obgleich das auch für manche Companies eine gute Lösung ist. Ich steh total auf Timeouts!       Lesen Sie dazu auch meine Kolumne vom 7. August 2015: Meeting-Massaker: Wozu kein Mensch Sitzungen braucht        

Meeting-Massaker: Wozu kein Mensch Sitzungen braucht

35 Grad im Raum, die Krawatte kneift, Sie schwitzen in Ihrem Anzug und der Kollege hört nicht auf zu quatschen. Der nächste Mitarbeiter fällt ihm ins Wort und widerspricht vehement. Alle versuchen zu einer Entscheidung zu kommen. Und sich dabei gegenseitig zu überzeugen. »Aber Herr Kollege, das Argument sticht doch gar nicht, die Sachlage ist eine ganz andere. Mein Vorschlag zur Lage ist im Grunde genommen alternativlos, sehen Sie das doch bitte endlich ein.« »Ihre Lösung haben wir bereits vor acht Jahren einmal diskutiert, da ist sie völlig zurecht mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Im Sinne des ganzen Unternehmens sehe ich es als meine Pflicht an, uns vor dieser falschen Entscheidung zu schützen« »Aber meine Herren, wir müssen doch hier eine Lösung finden, lassen Sie uns doch die Sache noch einmal ganz nüchtern betrachten…« Sie hatten es befürchtet! Noch immer nicht Schluss! Nach einer weiteren halbstündigen Diskussion nimmt die Chefin das Zepter in die Hand. »Wenn wir zu keinem Konsens kommen, entscheide ich. Variante zwei. Punkt. Meeting beendet. Danke meine Damen und Herren. Zurück an die Arbeit.« …