Alle Artikel mit dem Schlagwort: Mitarbeiter

Ideen gewünscht, Denker gelyncht

In Stellenbeschreibungen und auf Recruiting-Websites spucken viele Unternehmen große Töne und sehnen sich – so zumindest könnte der Text das suggerieren – Andersdenkende und Quereinsteiger herbei. Mitarbeiter und Führungskräfte, die Ideen und einen frischen Blick mit ins Unternehmen bringen. Klingt vielversprechend. Und zeigt, dass die Unternehmen natürlich schon längst verstanden haben, dass Diversifikation auf über die Geschlechterwahl hinaus für Erfolg förderlich ist. Es vergeht auch kein Interview mit den Personalverantwortlichen, in dem nicht hervorgehoben wird, dass Quereinsteiger (was sind das eigentlich ganz genau, diese komischen Quereinsteiger?) eine Chance auf Einstellung haben und dass kreative Köpfe besonders gesucht werden. Doch korrigieren Sie mich, wenn mich mein Eindruck täuscht: Wer aufmerksam das Kleingedruckte liest, merkt schnell, dass sich der Wunsch nach Diversifikation auf Männer und Frauen und vielleicht noch auf unterschiedliche fachliche Qualifikationen bezieht. Andersartige Gedanken? Nein, die sollen bitte schön zu Hause bleiben! Und wenn sich doch mal ein Andersdenkender ins Unternehmen schleicht, stehen schon jede Menge Instrumentarien bereit, die dessen bedrohlichen exotischen Gedanken Einhalt gebieten. Verständlich: Denn neue Gedanken sind nichts anderes als eine Provokation für das bestehende System. …

Die vier Elemente von echtem und ehrlichem unternehmerischem Erfolg

In jeder Diskussion über neue, vermeintlich moderne Formen von Organisation und Führung von Unternehmen kommt irgendwann – fast unweigerlich – das Argument: »Aber VW […alternativ auch Siemens oder die Deutsche Bank…] ist doch ganz traditionell organisiert und, jedenfalls vor dem Skandal, extrem erfolgreich.« Ich könnte nicht anderer Meinung sein: NEIN, erfolgreich war VW auch vor Dieselgate nicht. Denn Erfolg ist eben nicht nur Erfolg aus Sicht der Kapitalverzinsung, die VW ganz ohne Zweifel hatte. Die vier Elemente des echten und ehrlichen Erfolgs sind: Erstens: Die Inhaber des Unternehmens sind zufrieden mit der geleisteten Arbeit, weil der Profit, also der Gewinn bzw. die Rendite auf das eingesetzte Kapital hoch ist und tendenziell schneller wächst als der Markt. Darum lohnt es sich für die Inhaber, ihr Kapital weiter einzusetzen oder gar noch mehr Kapital zuzuschießen. Das Unternehmen ist aus Investorensicht attraktiv. Zweitens: Die Mitarbeiter des Unternehmens sind zufrieden mit der geleisteten Arbeit, weil sie stolz darauf sein können. Was sie geleistet haben, hat einen Sinn, leistet einen positiven Beitrag für andere. Es fühlt sich gut an, gemeinsam eine Aufgabe zu …

Warum Unternehmensgröße für Organisationstransformationen irrelevant sind

Es kommt nicht auf die Größe an

»Herr Vollmer, ich verstehe ja Ihre Ideen, aber die Umsetzbarkeit hört bei 2.000 Mitarbeitern eben auf.« Zwei Tage später:  »Herr Vollmer, das ist ja alles gut und recht. Ich kann mir auch vorstellen, dass das in einem Betrieb mit 25 Leuten funktioniert, aber wir sind nur zu viert. Da geht das doch nicht.« Ausreden über Ausreden Wie sagen die Amerikaner so schön: ›If I had a nickel for every time …‹ Ja, wenn ich für jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wenn mir jemand erzählt, dass meine Ideen in seiner Firma wegen der Größe des Unternehmens nicht realisierbar wären, könnte ich mich jetzt zur Ruhe setzen. Na gut, nicht ganz, aber die Diskussion um die Größe von Unternehmen entflammt bei meinen Vorträgen quasi immer. Dabei ist es ganz egal, zu welchen organisationsrelevanten Thesen ich etwas sage – sei es die Abschaffung von Unternehmensplanung, überflüssigen Meetings, schädlichen Performance Reviews, Selbstorganisation etc. – ich bekomme den Einwurf zu hören: »Mit unserer Unternehmensgröße geht das nicht.« Auch ein paar andere Kriterien werden ab und an herangezogen, um meine Forderungen zu entkräften: …