Alle Artikel mit dem Schlagwort: Organigramm

Improvisation für mehr Innovation

Improvisation für mehr Innovation

Die Standardfrage auf Branchenkongressen: »Und was machen Sie?« Sie bezieht sich meist weniger auf Ihre Tätigkeiten oder auf ein aktuelles Projekt, sondern fast immer auf Ihre Position im Unternehmen. Der Frager will wissen, wer Sie sind, und das erkennt er daran, welche Stelle Sie innehaben. Aufgabenbereich, Position, Stelle – damit werden Sie ganz selbstverständlich identifiziert. Sie sind sozusagen Ihre Stelle, Sie sind Kundenbetreuer im Versicherungsaußendienst, Erzieherin in einer Krippengruppe oder Head of Marketing & Sales. Diese Stelle, die schlussendlich nichts anderes ist als ein Amt, wurde Ihnen von einem Chef verliehen. Chef ist selbstverständlich auch ein Amt. Ein Amt, das wiederum von einem Vorgesetzten zugewiesen wurde. Und so weiter und so fort, bis zu den Eigentümern. Jeder Amtsinhaber hat dadurch eine feste Aufgabe, feste Zuständigkeiten. Was aber wird in Organisationen aus den Aufgaben, für die niemand zuständig ist? Die in keiner Stellenbeschreibung festgehalten und nicht ausdrücklich vom Chef aufgegeben wurden? Hier spielt die Musik! Tatsächlich erfordert jede Organisation, dass getan wird, was zu tun ist – insbesondere die Dinge, für die niemand zuständig ist. Und …

Management-Diarrhö – Anstiftung zu einer Sprachdiät

»Does anybody even know why we budget anymore?« So beginnt die zutiefst sarkastische, über 3500 Zeichen lange E-Mail, die der Manager eines großen Automobilzulieferers vor Kurzem intern an seine Kollegen geschickt hat. Ein Bekannter hat sie mir zugespielt. Was der sichtlich frustrierte Mann darin beschreibt, ist wahrlich kein Einzelfall. In seinem Haus stand die nächste Budget-Planungsrunde an. Die Zahlungspraktiken, die Budgetierung, das Hin- und Herrechnen – es sei jedes Mal das gleiche (Business-)Theater, wenn das Budget auf den Tisch komme. Jaja, wenn das Budget zum alljährlichen unternehmensinternen Zirkus wird … Auf dem Budget-Basar Dass die regelmäßigen Budget-Rituale im Unternehmen einem Zirkus gleichkommen – nur ohne den Applaus am Ende –, das empfindet sicher nicht nur dieser Manager so. Denn schauen Sie sich doch einmal an, wie das Theater abläuft: Da treffen in einem Unternehmen beispielsweise die Leiter der Regionalstandorte mit dem Deutschlandchef plus andere Länderchefs samt deren Werksleitern mit dem Europachef zusammen – eine riesige Konferenz von Führungskräften aus mindestens drei Hierarchiestufen. Vorausgegangen sind hunderte E-Mails, der Austausch unzähliger Excel-Sheets, Videokonferenzen, versandte PowerPoint-Slides, etliche Budget-Meetings …

Ep. 54 Führungskrise? Wohl kaum!

Die Episode 54 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:   Ich habe jetzt gelesen, dass Führung in die Krise geraten sei. Nein, der Meinung kann ich mich nicht anschließen. Führung an sich ist nicht in die Krise geraten. Was in die Krise geraten ist, ist das Führungsverständnis. Das von der prinzipiellen Berechenbarkeit der Verhältnisse ausgeht. Und das Führungsverständnis das sich auf die Wirkung des eigenen Verhaltens vorbehaltlich verlassen konnte. Führung ist nicht in die Krise geraten. Wir müssen viel mehr präzise unterscheiden zwischen zwei Arten von Führung, einmal der Führung durch formale Macht, die einer Führungskraft von seinem/ihrem Chef zugesprochen werden kann und von der Führung durch soziale Legitimation. Die mir nur durch diejenigen zugesprochen werden kann, die ich in einem Moment führe. Und dann stellt man fest, dass Führung in jeder Gruppe zustande kommt. Und nur selten immer der selben Person zugesprochen wird. Führung mäandert quasi zwischen verschiedenen Personen eines sonst gleichwertigen Teams hin und her. Gerade das macht ja Selbstorganisation aus. Also: Führung ist nicht in die Krise geraten. Wir brauchen Führung in der heutigen …