Alle Artikel mit dem Schlagwort: Partizipation

Schwimmflügel für die Digitale Transformation

Die Digitale Transformation? Au weia! Sie wissen ja: Sobald im Unternehmen so was ganz Neues kommt, sobald etwas dramatisch verändert wird, müssen die Mitarbeiter ängstlich sein! Ist ja nicht eine Kleinigkeit, so eine Transformation. Und dann leisten die Mitarbeiter verständlicherweise Widerstand. Müssen sie ja! Denn das steht so in jedem Buch über »Change«, es wird in jedem einschlägigen Vortrag erzählt und jede Führungskraft glaubt, das sei so. Darum sei es dann ja auch so wichtig, dass die Führungskräfte die Mitarbeiter »abholen« und sie »mit ins Boot holen«, damit sie keine Angst mehr haben und »mitziehen«! Ihnen werden zig Beispiele dafür einfallen, dass diese Beschreibung der Wirklichkeit eine wahre ist. Das Narrativ klingt ja auch irgendwie schmeichelhaft für den Berufsstand der Führungskräfte. Schauen Sie mal: Eine Transformation droht – Mitarbeiter verfallen zwangsläufig in Schockstarre – die rettende Führungskraft rauscht hernieder – die Mitarbeiter werden getröstet und fassen Vertrauen – die Führungskraft teilt die Fluten mit ihrem Stab und führt alle händchenhaltend ins gelobte, also transformierte Land. Wie schön! Der Prime-Schlauch Aber wissen Sie was? Es gibt …

Ep. 67 – Wenn Mitarbeiter ihre Firmen ins Boot holen müssen

Episode 67 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«: Wir müssen den Mitarbeiter mitnehmen. Immer und immer wieder höre ich diese Floskel. Erst neulich, ich war bei einem Kamingespräch eingeladen zum Thema »Industrie 4.0.« Das ist ja an sich schon eine sehr ulkige Debatte. Es kam von sehr hochrangigen Industrievertretern sehr häufig dieser Ausdruck: »Wir müssen die Mitarbeiter mitnehmen, um ihnen die neue Technologie zu erklären.« Damit sie halt nicht so viel Angst haben, vor dem was da kommt. Ich habe die gegenteilige Position eingenommen, nämlich die, dass sehr viel häufiger oder mindestens genauso häufig die Firmen von ihren Mitarbeitern mitgenommen werden müssen. Denn die sind häufig technologisch, gerade was so das Internetzeugs angeht, viel viel schneller und viel viel feinfühliger unterwegs als es die Unternehmen sind. Wenn ein Mitarbeiter als Privatperson zum Beispiel eine neue Schlauchverbindung für ihre Waschmaschine benötigt, dann geht sie ins Internet, wahrscheinlich zu Amazon und bestellt diese. Und womöglich ist sie Prime-Kunde, dann hat sie nach einem Tag, nach 24 Stunden, diese Schlauchverbindung bei sich zu Hause. Jetzt kommt sie als Mitarbeiter ins Unternehmen und braucht vielleicht für ihre Anlage irgendein Ersatzteil. …

Kontrolle ist gut … und was ist besser?

Klingt nach asiatischer Bewegungslehre, ist es aber nicht: Wer die Nachrichten verfolgt, weiß, dass »Yi-Ko« nicht mit Tai Chi verwandt ist, sondern der ‪Burger‬-King-Betreiber ist, der jüngst in die Schlagzeilen geraten ist. Aufgrund von Hygienemängeln und schlechten Arbeitsbedingungen darf der Franchise-Nehmer zukünftig weder mit dem Firmenlogo werben noch die Produktnamen weiter verwenden. 89 Filialen musste er bereits schließen. Weshalb? In der ›Wirtschaftswoche‬‹ kommentiert Martin Ahlert, Geschäftsführer des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation: »In jedem System gibt es Menschen, die aus der Reihe tanzen.« Bei einer Masse an Filialen sei es für den Franchise-Partner äußerst schwer, die lokalen Gegebenheiten im Blick zu behalten. Bei aller Ernsthaftigkeit der Lage kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Denkweise hinter die Aussage ist nämlich diese: Der Mensch ist ein unendlicher Fehlerquell. Um die Fehler im System auf ein Minimum zu reduzieren, muss also ein Unternehmen Abläufe durchstrukturieren, Richtlinien vorgeben, Zuständigkeiten klarstellen – und das so gut es geht. Denn das ist die einzige Möglichkeit, das System idiotensicher zu machen. Das einzige Problem dabei: Ein System, das auf Idioten angelegt …