Alle Artikel mit dem Schlagwort: Planeinhaltung

Projektverzögerung: Wenn die Yacht zu kurz ist

Projektverzögerung: Wenn die Yacht zu kurz ist

Fertigstellung März 2016. Das war mal der Plan für den Berliner Flughafen. Dass dieses Ziel schon längst nicht mehr realistisch ist, weiß wohl jeder. Naja, immerhin haben sie den Point of No Return erreicht – jedenfalls laut dem neuesten Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Ähnlich das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm: Ursprünglich sollte es 2019 abgeschlossen sein, nun wird der Bahnhof vermutlich erst 2022 eröffnet. An der Elb-Philharmonie-Baustelle sind übrigens die Baukräne abgebaut worden – sieht gut aus. Von außen. Dass sich öffentliche Projekte verzögern, scheint nahezu Pflicht zu sein. Und gerne beschweren sich die Steuerzahler dann über die Unfähigkeit von öffentlichen Einrichtungen und die unnütze Verschwendung von Steuergeldern. Verständlich. Verzögerung nicht nur bei Großprojekten Für ärgerliche Verzögerungen muss es aber gar kein milliardenschweres Großprojekt sein. Auch Unternehmen sind vor Projektverzögerungen nicht gefeit. »Ist das immer noch nicht fertig?« »Wie, nochmal eine Besprechung für das Projekt? Das war doch alles schon längst festgelegt.« Wie oft ertönen solch verwunderte Ausrufe wohl jeden Tag in Unternehmen weltweit? Und wie oft haben Sie sich schon darüber geärgert? Da regen sich die Projektleiter und …

Wenn doch jeder nur seinen Job machen würde..

Wir lieben Pläne. Sie geben uns Sicherheit. Alles ist mit Plänen unter Kontrolle. Die Termine sind gefixt, die Meilensteinergebnisse sind für alle klar ersichtlich. Jawoll, so laufen vernünftige Projekte! Aber was sollen wir tun, wenn sich irgendein anderer nicht an den tollen Plan hält? Wir hätten so wenige Probleme, wenn doch nur die Disziplin (der anderen) zur Einhaltung der Termine höher wäre. Wenn sich doch nur jeder an die Verabredungen halten würde… Oder sind wir womöglich nur die Jäger einer Illusion? In letzter Zeit erhalten wir von V&S vermehrt Mandate von Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, die ihre Durchlaufzeit und ihren Durchsatz deutlich verbessern wollen – ersteres senken, letzteres erhöhen. Um das hinzukriegen, muss man an das Auftragsmanagement ran; bei der technischen Komplexität und zumeist Einmaligkeit von Aufträgen in dieser Branche darf man das getrost „Projektmanagement“ nennen. So, jetzt geht’s los: Man legt mal einen typischen Projektplan auf den Tisch. 10 bis 300 einzelne Prozessschritte, je nach Granularität der Planung und Umfang der Anlage. Alle Schritte artig aufgereiht in einem Netzplan. Darin sind alle …