Alle Artikel mit dem Schlagwort: Produktivität

Ep. 52 Industrie 4.0 – Segen oder Gefahr?

Die Episode 52 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Das Megathema Nummer 1 in der Deutschen Industrie. Eindeutig! Industrie 4.0. Spricht jeder drüber. Ich bin da sehr zwiegespalten. Zum einen sehe ich auch das großes Potential. Natürlich vor allem für die Ausrüster. Also die Geschäftsaussichten der Hersteller, hard- und softwareeitig sind sicherlich famos für die Zukunft. Bei den Anwender bin ich sehr skeptisch, denn natürlich können sie durch den Einsatz dessen, was man sich von Industrie 4.0 verspricht, sicherlich einen hohen Produktivitätssprung machen. Vielleicht auch einen Durchlaufzeitsprung, vielleicht auch einen Flexibilitätssprung. Aber gleichzeitig habe ich auch die Sorge, dass die ganze Energie, die Kraft, die Aufmerksamkeit, vor allen Dingen auch die ganzen Budgets in die Einrichtung dieser Technologie aufgewendet werden. Und gleichzeitig keine Energie, keine Kraft und auch kein Geld mehr plötzlich zur Verfügung steht, an der Organisationsform der Zukunft zu denken. An der Abkehr der tayloristischen Idee, um Innovationen erzeugen zu können. Um Menschen in Verantwortung zu kriegen, um auf komplexen Märkten wettbewerbsfähig zu werden. Wenn wir da nicht aufpassen wird Industrie 4.0 zum Boomerang.   …

Effizienz, Ja – Aber …

»Aber das senkt doch die Effizienz!« Genau. So läuft das. Wenn Manager in Meetings zusammen sitzen, fällt früher oder später das E-Wort. Oder auch das P-Wort (Produktivität). Und dann ist Stille. Denn Effizienz, das ist der Grundkonsens der Manager: Mehr Effizienz, das brauchen wir auf jeden Fall! Jetzt will ich gar nicht meckern – Effizienz ist wichtig in jedem Unternehmen. Darauf zu achten, ist natürlich nicht verkehrt. Mehr Leistung bei geringeren Kosten – D’accord! … aber. Sie haben es geahnt: Ich habe ein Aber! Das ständige Fokussieren auf Effizienz, wenn es um Veränderungen geht, wird der heutigen Realität einfach nicht mehr gerecht. Es ist ein Teilaspekt, ja, aber doch längst nicht alles, was ein erfolgreiches Unternehmen ausmacht. Zu den oft zitierten Zeiten Frederick Taylors war das noch so. Seine ganze Grundidee lag ja darin, den optimalen Weg (»one best way«) zu finden, um die Produktivität so hoch wie möglich zu halten. Warum? Andere Faktoren waren für den Markt schlicht nicht ausschlaggebend. Die Hersteller bestimmten den Markt. Es ging ums Massengeschäft. Nehmen Sie zum Beispiel Waschmaschinenhersteller. Als Waschmaschinen sich …

Gastkommentar: »Gute Produkte – Gute Exporte. Die wahren Gründe der Deutschen Handelsüberschüsse«

Aktuelle Meldungen in der Wirtschaftspresse greifen die in jüngster Zeit wiederholt geäußerte Kritik an den Handelsüberschüssen Deutschlands auf. Diese würden zu einem Ungleichgewicht führen und andere Länder in die Verschuldung treiben, da der Überschuss des einen das Defizit des anderen sei. Als Grund für die Überschüsse wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie genannt. Diese sei aber aufgrund von Lohndumping entstanden. Ich halte dies für falsch. Ein kritischer Kommentar zur aktuellen Debatte über Deutsche Handelsüberschüsse von Prof. Andreas Syska. An der Hochschule Niederrhein lehrt Syska Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Produktionswirtschaft. Der Dortmunder Design Thinking Coach Ferdinand Grah führt Syska unter der Rubrik »Lean Freaks« und die Einschtzung teile ich. Kennenlernen durfte ich Syska im Rahmen einer Lean-Konferenz in Stuttgart, dessen Moderator er war und auf der ich einen Vortrag gehalten habe. Schnell war mir klar, dass ich es mit einem leidenschaftlichen Vertreter der Lean-Zunft zu tun hatte, der nicht nur – der Titel könnte zu der Annahme verleiteten – über das Thema schwadroniert, sondern ganz praktisch und pragmatisch sich für die Weiterentwicklung einsetzt. Zudem kommen gleichsam unterhaltsame wie …