Alle Artikel mit dem Schlagwort: Starnberger See

Teamfähigkeit ist nicht wie Stricken

Ep. 55 Teamfähigkeit ist nicht wie Stricken

Die Episode 55 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:   Sind Sie teamfähig? Die Frage habe ich tatsächlich neulich gestellt bekommen. Und ich glaube, sie wird nahezu jedem Bewerber heutzutage auch gestellt. Die Frage impliziert schon fast, dass Teamfähigkeit eine abstrakte Fähigkeit sei. So was wie Häkeln können oder binomische Formeln lösen. Das stimmt aber nicht. Denn Teamfähigkeit ist nichts abstraktes, das ist etwas konkretes. Ja gut, es gibt ein paar Aspekte von Teamfähigkeit die vielleicht weitestgehend kontextunabhängig sind: so was wie Kommunikationsfähigkeit, natürlich Sprachkenntnisse, ohne Frage. Vielleicht Moderationsfähigkeiten. Aber die essenziellen, die wesentlichen, also die wirklich zum Erfolg führenden Fähigkeiten sind konkret. Nicht abstrakt. Also auf die Frage, ob man teamfähig sei, muss man eigentlich richtigerweise und ehrlicherweise antworten: »Ja, was weiß ich? Zeigen Sie mir das Team. Zeigen Sie mir die anderen Teammitglieder. Sagen Sie mir, welche Rolle man mir zusprechen könnte, welche Aufgabe dieses Team überhaupt hat, ob diese Aufgabe überhaupt Sinn macht. Dann können wir gucken, ob Passung passiert. Lassen Sie mich mit denen arbeiten, und am Schluss werden wir alle gemeinsam wissen, …

Ep. 54 Führungskrise? Wohl kaum!

Die Episode 54 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:   Ich habe jetzt gelesen, dass Führung in die Krise geraten sei. Nein, der Meinung kann ich mich nicht anschließen. Führung an sich ist nicht in die Krise geraten. Was in die Krise geraten ist, ist das Führungsverständnis. Das von der prinzipiellen Berechenbarkeit der Verhältnisse ausgeht. Und das Führungsverständnis das sich auf die Wirkung des eigenen Verhaltens vorbehaltlich verlassen konnte. Führung ist nicht in die Krise geraten. Wir müssen viel mehr präzise unterscheiden zwischen zwei Arten von Führung, einmal der Führung durch formale Macht, die einer Führungskraft von seinem/ihrem Chef zugesprochen werden kann und von der Führung durch soziale Legitimation. Die mir nur durch diejenigen zugesprochen werden kann, die ich in einem Moment führe. Und dann stellt man fest, dass Führung in jeder Gruppe zustande kommt. Und nur selten immer der selben Person zugesprochen wird. Führung mäandert quasi zwischen verschiedenen Personen eines sonst gleichwertigen Teams hin und her. Gerade das macht ja Selbstorganisation aus. Also: Führung ist nicht in die Krise geraten. Wir brauchen Führung in der heutigen …

Ep. 52 Industrie 4.0 – Segen oder Gefahr?

Die Episode 52 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:     Das Megathema Nummer 1 in der Deutschen Industrie. Eindeutig! Industrie 4.0. Spricht jeder drüber. Ich bin da sehr zwiegespalten. Zum einen sehe ich auch das großes Potential. Natürlich vor allem für die Ausrüster. Also die Geschäftsaussichten der Hersteller, hard- und softwareeitig sind sicherlich famos für die Zukunft. Bei den Anwender bin ich sehr skeptisch, denn natürlich können sie durch den Einsatz dessen, was man sich von Industrie 4.0 verspricht, sicherlich einen hohen Produktivitätssprung machen. Vielleicht auch einen Durchlaufzeitsprung, vielleicht auch einen Flexibilitätssprung. Aber gleichzeitig habe ich auch die Sorge, dass die ganze Energie, die Kraft, die Aufmerksamkeit, vor allen Dingen auch die ganzen Budgets in die Einrichtung dieser Technologie aufgewendet werden. Und gleichzeitig keine Energie, keine Kraft und auch kein Geld mehr plötzlich zur Verfügung steht, an der Organisationsform der Zukunft zu denken. An der Abkehr der tayloristischen Idee, um Innovationen erzeugen zu können. Um Menschen in Verantwortung zu kriegen, um auf komplexen Märkten wettbewerbsfähig zu werden. Wenn wir da nicht aufpassen wird Industrie 4.0 zum Boomerang.   …