Alle Artikel mit dem Schlagwort: Unternehmenstheater

Komplizenschaften – Problemlösung mit vernünftigen Kriminellen

»Holen Sie mir Griggs, ich muss ihn dringend sprechen!« »Wen?« »Fragen Sie nicht, finden Sie ihn!« Sie kennen Griggs auch nicht? Wirklich nicht? Dabei dürfte er genauso in Ihrem Unternehmen zu finden sein! Die kleine Szene mit Brad Pitt alias Rusty im Film »Ocean’s Eleven« beschreibt treffend, was täglich in Unternehmen passiert: Für einen nicht ganz offiziellen Coup suchen sich einzelne Personen Verbündete – nicht im kriminellen Sinne, sondern für die Lösung von akuten und nicht-ignorierbaren Problemen. Also: Die im Untergrund arbeitenden Teams, die maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Untergrund, Coup, geheime Machenschaften in Ihrem Unternehmen … Nein, ich wandere nicht auf subversiven Abwegen! Ich beschreibe nur die Realität. Der Coup ist das Ziel In den meisten Gesprächen über Organisation ist von Teams die Rede. Solche, die geführt werden und in festen Strukturen an einer ganz bestimmten Stelle verortet sind. Die, die für noch mehr Wirkung zusammenwachsen und einen Teamgeist entwickeln sollen. Jene, die zumeist auf die langfristige Zusammenarbeit angelegt sind. Aber es gibt eben auch unsichtbare Teams. Oder wie es die Hamburger Professorin …

Macht Arbeit unglücklich?

Macht Arbeit unglücklich?

Seit der Buchveröffentlichung von »Zurück an die Arbeit« bin ich häufig mit der subtil vorwurfsvollen Frage konfrontiert worden, ob die Menschen wirklich so stark leiden, wie ich behaupte und ob man das Buch auch als Aufruf gegen Arbeit im Allgemeinen verstehen dürfe. Dazu möchte ich hier Stellung nehmen, so wie ich es auch schon im Buch getan habe: Mitarbeiter und ihre Chefs leiden nicht unter der Arbeit selbst. Auch dann nicht, wenn sie über ihren Job schimpfen oder am Feierabend im Familien- und Bekanntenkreis ihr tagtägliches Leid klagen. Nicht die Arbeit macht sie unfroh. Sondern das ganze andere Zeugs! Denn das ganze andere Zeugs, die unproduktiven Beschäftigungen, die lästigen Rituale, die unsinnigen Regeln, das Reporting, die wirkungslosen Programme und so weiter haben nicht nur die Eigenschaft, dass sie allen die Zeit zum Arbeiten stehlen, sie haben außerdem noch die unangenehme Eigenschaft, ständig das implizite Signal auszusenden: Du bist nicht richtig so, wie du bist. Du solltest anders sein. Du solltest besser sein! Jetzt MACH endlich! Die meisten Menschen, die einen Job haben, mögen ihn eigentlich sehr gerne. …

Die vierte Sorte der Verschwendung

Mura, Muri und Muda – bekanntermaßen sind das nicht die Cousinen von Tick, Trick und Track, sondern die drei großen Sorten operativer Verschwendung aus der Lean Management-Lehre. Die drei Ms sind Zeit- und Geldschleudern weil sie das Gegenteil wertschöpfender Aktivitäten repräsentieren und jede Organisation ist gut beraten, diese Verschwendungsquellen zu reduzieren. Spätestens seit den 1980er Jahren ist »Verschwendologie« zur Wissenschaft erhoben worden und wird wirksam verfolgt. Soweit so gut. Managementfolklore im sozialen System Es gibt allerdings noch eine vierte Sorte der Verschwendung, die aus Japan seinerzeit nicht übermittelt wurde. Ich gehe davon aus, dass sie damals irrelevant war und bei den Lean-Pionieren keinerlei Probleme verursacht hat. Mittlerweile ist sie aber zur vielleicht gewichtigsten und verlustreichsten Form der Verschwendung herangewachsen: die Managementfolklore. Darunter verstehe ich nun kein Märchen über die Entstehung von Management, sondern vielmehr alle Tätigkeiten in einem Unternehmen, die lediglich dazu dienen, die formale Struktur einer Organisation aufrechtzuerhalten. Die vierte Art der Verschwendung begehen Menschen, wenn sie nicht arbeiten, sondern Arbeit spielen. Das tun sie in Produktionshallen und gleichermaßen in den Büroetagen der Unternehmen. Und …

Mein neues Buch: »Zurück an die Arbeit«

Ich freue mich überschwänglich, mein neues Buch endlich in den Händen halten zu können. Es hat viel Herzblut und eine Menge detaillierter Überlegungen gekostet, dieses Buch so präzise und unterhaltsam zu schreiben, wie es letztlich geworden ist. Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf Ihre Meinungen und Reaktionen und freue mich auf viele anregende Diskussionen mit Ihnen … Falls Sie nicht zu den frühen Vögeln zählen, die »Zurück an die Arbeit« schon vorbestellt haben, können Sie das hier nachholen: Buch kaufen Eine Buchwebsite gibt es auch. Dort finden Sie die 10 Thesen des Buches in grafisch aufbereiteter Form, eine Leseprobe zum Herunterladen, einen offenen Brief und manches mehr. Hier entlang »      

Management-Praktiken – braucht’s die oder kann das weg?

»Herr Müller, Sie haben letzte Woche schon wieder nur eine halbe, statt einer Dreiviertelstunde Pause gemacht.« »Ja, ich wollte etwas früher nach Hause und habe deshalb die Mittagspause abgekürzt.« »Aber Sie wissen doch ganz genau, was die Pausenregelung bei acht Stunden Arbeitszeit vorschreibt.« Was für eine unnütze Diskussion. Und überhaupt: Wozu brauchen Unternehmen ausufernde Reisekostenrichtlinien, Arbeitszeiterfassung, Überstundenregelungen, Investitionsanträge und diese ganzen anderen Management-Praktiken? Nun ja, vielleicht weil sonst das Intranet ziemlich leer wäre, der Controller nichts zum Kontrollieren hätte oder die IT-Abteilung keine Formulare mehr programmieren könnte. Nein, mal ehrlich. Nehmen Sie die vielen Stunden, die Ihr Management mit der Jahresplanung verbringt: Sie sammeln Daten über Daten aus der Vergangenheit, lassen Vertreiber in die Glaskugel gucken, befragen große Kunden, was sie in ihrer Glaskugel gesehen haben – alles nur, um daraus eine Prognose für die Zukunft abzuleiten – für die Entwicklung der Personalkapazitäten, Maschinenbeschaffungen, Liquiditätsbedarfe oder einen anstehenden Hallenbau. Und am Ende des Jahres stellen Sie fest: Es ist ja anders gekommen als geplant. Ist ja auch logisch. Wie wollen Sie schließlich im Dezember denn …