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Ep. 74 – Fällt unsere Arbeit der Digitalisierung zum Opfer?

Episode 74 der Video-Reihe »Vollmers GedankenGänge«:

Eeine Sorge wird ja derzeit sehr häufig artikuliert: die Roboter und Computer nehmen den Menschen all ihre Arbeit weg. Aber stimmt das überhaupt?

Nun könnte man geschichtlich darauf antworten: immer wenn es große technische Innovationen gab, waren danach mehr Jobs in der Welt als vorher. Natürlich andere – aber mehr. Nun muss die Vergangenheit nichts über die Zukunft aussagen. Aber es spricht dann doch einiges dafür.

Man könnte auch anders an die Sache rangehen: Was werden denn eigentlich für Arbeiten ersetzt? Und dabei sollten wir nicht auf Jobs gucken, sondern auf Tätigkeiten. Gucken wir auf Tätigkeiten, die tendenziell algorithmisch sind – wir sagen ›kompliziert‹ dazu – also Tätigkeiten, die sich automatisieren lassen: die gibts in fast jedem Job. Und die werden jetzt schon seit hunderten Jahren automatisiert, das ist nichts neues – auch einen Kontoauszugsdrucker gab es schon, als ich klein war. Und das ist auch gut so. Es gehen damit viele Tätigkeiten aus unserem Repertoire, die gefährlich und stupide sind.

Es bleiben die Tätigkeiten oder vermehren sich, die uns Ideen abfordern. Denn das können Computer nicht so einfach tun – sie können kombinieren aber einen neuen Gedanken entdecken, diesen artikulieren und im sozialen System weiterentwickeln: das können Computer nicht. Da steckt unsere große Chance und die steckt auch in jedem Job. In dem einen mehr, in dem anderen weniger.

Wir werden also eine Verlagerung, eine Verschiebung von Jobs erleben und eine Anreicherung mit Tätigkeiten, die uns Ideen abfordern. Einen gute Entwicklung, wie ich finde!

 

 

 

Sehen Sie dazu auch meinen GedankenGang, Episode 52 vom 18. August 2015 aus Starnberg: Industrie 4.0 – Segen oder Gefahr?

 

 

 

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  1. Ich schätze ihre kritisch hinterfragende Sicht auf die Dinge außerordentlich und stimme Ihnen in den genannten Punkten zu. Weder Angst noch Bewunderung sind hilfreiche Emotionen im Umgang mit der Digitalisierung. Freuen wir uns über einen, in meinen Augen längst notwendigen nächsten Schritt in der Evolution unseres Arbeitslebens.

    Beste Grüße,

    Armin Reusch

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