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Worauf es bei Lean Transformation wirklich ankommt

In einer Studie der Beratungskollegen von Bain habe ich neulich gelesen, dass lediglich 19% aller Führungskräfte mit den Resultaten ihrer Lean Manufacturing-Initiativen zufrieden seien. 81% sind also unzufrieden. Egal ob die Studie stimmt oder sich der Wert seit der Umfrage im Jahre 2007 leicht verbessert haben sollte: es bleibt die Frage nach den Gründen. Also warum bleiben die meisten Initiativen hinter den Erwartungen zurück? Ich hab da eine Meinung zu.

Im Januar war ich eine Woche in New York. Im Rahmen dessen sind mehrere Interviews entstanden, eines davon habe ich bereits hier im Blog veröffentlicht. In dem folgenden Interview liegt der Schwerpunkt auf der Frage, worauf es bei Lean Transformationen wirklich ankommt. Am besten, Sie schauen es sich einfach an, dann brauchen Sie gar nicht so viel zu lesen (Sie arbeiten ja in einer modernen Firma und ihr Arbeitgeber erlaubt Ihnen die Wissensaufnahme per YouTube. Falls nicht, können Sie sich hier eine Transkription herunterladen):

Sind Ihre Lean-Bemühungen hinter den Erwartungen zurück geblieben? Und wenn ja: welche Gründe haben Sie und Ihre Organisation bisher dafür verantwortlich gemacht?

6 Kommentare

  1. Hoßfeld sagt

    Sehr geehrter Herr Dr. Volmer,

    ja Lean und Kate Moss…..was für ein Vergleich.
    Wobei es meiner Meinung nach Sinn macht seinen Mitarbeitern Bilder zu vermitteln, um Lean etwas besser zu verstehen. Verschwendung vermeiden, mit „weniger“ auskommen, bedeutet immer Verzicht! Verzicht kommt immer schlecht an. (Jetzt steht schon wieder die Fastenzeit vor der Tür!)
    Ich habe das Bild „wight watcher“ gewählt. In meinen Bereichen arbeiten größten Teils Damen, da lag mir durch die Werbung suggeriert, dieser Vergleich nahe.
    Auch hier wird in einem Team das Ziel definiert und die Tools werden vermittelt, ja man(n) (auch Frau) leidet gemeinsam. Um die Ziele aber zu erreichen, muss jeder sich anstrengen, verbessern, einbringen, verzichten.
    Das Ziel, z.B. die Standfigur zur erreichen, ist für jeden in seiner subjektiven Meinung anders, denn jeder hat ja eine andere Vorstellung von ein / sein Standfigur. So denke ich ist es auch mit den Zielen der Verschwendungsvermeidung in den Unternehmen, jeder muss den Verzicht, die Verschwendungsvermeidung anders definieren.
    Das Bild von Kate Moss mag da dem einen oder andern doch hilfreich sein, oder nicht?

    Viele Grüße und bitte weiter so,
    wünscht Philipp Hoßfeld

    • Lars Vollmer sagt

      Danke Herr Hoßfeld,

      gute Idee – wie komisch, dass ich noch nie auf die Vergleichsidee mit den „wight watchers“ gekommen bin 😉

      Als Ergänzung schlage ich vor, noch mehr über »Steigerung« als über »Verzicht« zu kommunizieren. Denn im Kern ist Lean ja primär ein Ansatz, um den Kundennutzen zu steigern, also eine nach außen gerichtete Strategie.

      Im europäischen und amerikanischen Wirtschaftsraum, in dem das tayloristische Primat des Effizienzbetrebens nicht auszurotten ist, hat leider der Aspekt der Verschwendungsreduzierung einen falschen Eindruck der Lean-Philosophie vermittelt.

      Wem es gelingt, die positiven Kundenerlebnisse als Resultat der Lean-Bemühungen auch für seine Mitarbeiter spürbar zu machen, der erzeugt ganz plötzlich „Sinn“, eine wahrlich motivierende Komponente.

      Beste Grüße

      Ihr Lars Vollmer

      • Philipp Hoßfeld sagt

        Hallo Herr Dr. Vollmer,
        (dieses Mal mit zwei ll, wie es sich gehört.:-)

        Ich gebe Ihnen natürlich Recht, dass es Ziel ist den Kundennutzen zu steigern.
        In den Augen vieler Mitarbeiter heißt es aber erstmal, dass sie mit „weniger“ auskommen müssen. Was im privaten Leben ganz natürlich ist, da sich niemand den Kühlschrank mit Dingen füllt, die nicht bis zum Verfall verwertet werden können. (Ich als „Großfamilienpapa“ habe da ein anderes Problem, da unser Kühlschrank nicht immer die Kapazität bereit hält, die wir benötigen, wenn ein langes Wochenende vor der Tür steht.)
        Der Kundennutzen steht bei diesen Mitarbeitern an zweiter Stelle. Denn SIE müssen sich vermeintlich einschränken.
        Hier den „Schalter“ um zu legen und davon zu überzeugen, dass weniger in diesem Fall mehr ist, zusätzlich durch positive Kundenrückmeldungen Bestätigung für das Erarbeitete zu geben, ja da gebe ich Ihnen Recht, das motiviert.
        Da sind aber wir Führungskräfte gefragt, denn eigentlich sind wir ja nur ganz prima im Demotivieren, indem wir Reklamationen weitergeben, und mit „Maßnahmen“ drohen, also WIR sehr negatives Feedback geben. So kommen wir zur Fehlertoleranz, bzw. dazu Fehler zur Verbesserung zu nutzen, ja, diese als Chance zu sehen.
        Viele Grüße,
        Philipp Hoßfeld

  2. Robert Maas sagt

    Sehr geehrter Herr Vollmer,

    es bereitet sehr viel Spaß Ihre Kolumne unter „Mir ist grad´so…..“ zu lesen. Am Ende des Interviews zum Thema: „Worauf es bei Lean Transformation wirklich ankommt“ bieten Sie an, das Interview transkribieren zu lassen, das würde ich sehr gerne in Anspruch nehmen. Der Gund ist, dass das geschriebene Wort für mich dauerhaft besser einzuprägen ist und als „Nachschlagewerk“ in meinem Wissensmanagement verwertbar ist.

    Danke.

    • Lars Vollmer sagt

      Sehr geehrter Herr Maas,

      die Transkription steht – meine Kollegin, Melanie Jendro hat sich gleich drangesetzt (Danke Melanie!). Nun können Sie oben im Artikel direkt ein PDF des Interviews herunterladen.

  3. Pingback: Maschinenbauers Denkfehler der schwierigen Kunden - Dr. Lars Vollmer

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