Heute schon gehetzt?

Lars Vollmer

Habt ihr diese Debatte gesehen? Also, dieses Rededuell. Nicht das zweite, das war ja vergleichsweise harmlos. Ich meine das erste Aufeinandertreffen, diese Karikatur einer Debatte zwischen den beiden Kandidaten für das Amt des Präsidenten der USA. – Also, ohne dass ihr mich gefragt hättet: Ich fand’s unmöglich. Grauenhaft. Eklatant. Wie kann sich nur einer vorstellen, diesen Mann zu wählen?

Über den Moderator brauchen wir nicht zu reden, der war völlig überfordert. Aber dieser Typ! Wie kann so einer Präsidentschaftskandidat sein? Kein vernünftiger Gedanke. Kein Niveau. Keine Idee von der Entwicklung seines Landes. Kein klarer Satz. Völlig unsouverän.

Nur gut, das ist ja nicht mein Land und darum brauche ich mich auch nicht aufzuregen, aber DER Typ? Der geht ja wirklich gar nicht! Unwählbar aus meiner Sicht. Was für ein grässlicher Auftritt! Würde der sich in Deutschland zur Wahl stellen, ich wüsste genau, wen ich auf gar keinen Fall wählen könnte.

Aber gut, Donald Trump war auch nicht viel besser …

Wenn es Trump nicht gäbe, man müsste ihn erfinden!

Okay, tut mir leid, dass ich euch hier ein kleines bisschen ins Bockshorn gejagt habe. Ich habe euch nur um des plumpen Effekts willen auf die Fährte des Trump-Bashings gelockt. Damit will ich euch im Folgenden etwas Bemerkenswertes demonstrieren. Keineswegs möchte ich Trump in Schutz nehmen oder gar für was auch immer freisprechen. Es braucht also niemand gleich in moralische Schnappatmung verfallen. Und politisch möchte ich hier ebenfalls keine Position beziehen. Abgesehen von der Tatsache, dass es sowieso völlig sinnlos wäre, weil ich ja in den USA nicht wählen kann und mich der Ausgang der Wahl nur mittelbar betrifft – wenn ich mich schon zu irgendeiner Seite bekenne, dann eindeutig zu keiner von beiden!

Ich möchte euren Blick darauf lenken, wie sehr sich in der öffentlichen Diskussion, im Smalltalk und außerhalb von geschlossenen Türen alle einig zu sein scheinen, dass wenn gegen einen US-Präsidentschaftskandidaten gewettert wird, nur Donald Trump gemeint sein kann. Ja, es scheint allgemeinverbindlich zu sein, dass dieser Donald Trump wahlweise verrückt, gefährlich, undemokratisch, sexistisch, rassistisch oder was weiß ich noch alles ist – er scheint alle schlechten Eigenschaften, die Menschen überhaupt haben können, auf sich zu vereinigen, wenn man darauf hört, „was die Leute reden“ oder was in den deutschsprachigen Medien tagaus, tagein geschrieben und gesendet wird.

Warum ist das eigentlich so?

Ich versuche mal, das zu verstehen. Also: Es gibt in diesem Fall offensichtlich sowohl ein starkes Buhmann-Angebot als auch eine starke Buhmann-Nachfrage.
Zuerst das Angebot: Die öffentliche Figur Trump ist ja nicht wirklich der Mensch Donald Trump. Es ist eine Projektionsfläche – und zwar eine, die sich hervorragend zum Buhmann eignet.

Dass es nicht um eine faire Bewertung des Menschen geht, merkt man daran, dass an ihm öffentlich kein gutes Haar gelassen wird. Er scheint ausschließlich schlechte Eigenschaften zu besitzen – und keine einzige gute.

Wäre Trump ein ganz normaler Politiker oder ein US-Präsident unter 45 anderen, dann würden die Leute in Deutschland erstens nicht so exzessiv viel über ihn reden und schreiben. Und wenn schon, dann würden zweitens die Leute, die über ihn diskutieren, sowohl positive als auch negative Punkte erwähnen. Und positive Punkte gibt es ja schon. Beispielsweise hat er wesentlich weniger Menschen mit Drohnen umgebracht als seine Vorgänger, er hat die Steuern gesenkt (gut, das bewertet nicht jeder positiv) und er hat als erster Präsident seit zig Jahrzehnten in seiner Amtszeit keinen neuen Krieg angefangen. Das könnte man ihm ja durchaus zugute halten. Aber darüber redet niemand, das findet in der Öffentlichkeit quasi nicht statt. Denn um eine faire Bewertung geht es gar nicht, wenn man über diese Figur redet. Trump hat eine andere, eine ganz bestimmte Funktion in unserer Gesellschaft.

Und zwar folgende: Wenn ihr euch selbst schon einmal dabei erwischt habt, ein klitzekleines bisschen sexistisch zu sein, kein Problem, Trump ist auf jeden Fall sexistischer. Wenn ihr schon mal hin und wieder geflunkert habt, Schwamm drüber, er ist der größere Lügner. Wenn ihr hässlich seid, macht euch keinen Kopf, er ist hässlicher. Wenn ihr ab und zu mal nicht ganz tugendhaft seid, kein Problem, er ist auf jeden Fall ein schlechterer Mensch. Ihr könnt ihm alles unterjubeln. Wenn ihr beispielsweise mal bei der Steuer ein bisschen trickst oder mal ein bisschen zu sehr hinterm Geld her seid oder mal ein Geschäft in den Sand gesetzt habt oder mal schlecht über jemanden geredet habt oder mal krank gemacht habt … Donald Trump liefert euch eine Form der Absolution: So schlimm wie Trump seid ihr nicht! Gut so!

Die Funktion dieser merkwürdigen Figur ist die des Trägers unserer Laster. Klaus Zumwinkel oder Uli Hoeneß beispielsweise haben dafür auch schonmal herhalten müssen. Ein Land voller kleiner Steuertrickser frohlockte damals öffentlich, dass Hoeneß in den Knast musste: eine Schattenprojektion, sagen die Psychologen.

Das funktioniert auch für das ganze Land: Wir haben natürlich auch ein paar Politiker, die nicht so ganz tadellos sind. Aber die USA unter diesem Trump sind auf jeden Fall viel schlimmer! Wenig ist bei uns wirklich gut, aber auf jeden Fall besser als in den USA! Da sind wir uns hier in der Ferne vollkommen sicher. Und der mit der Abneigung gegen Trump hoffähig gewordene Antiamerikanismus gibt vielen das wohlige Gefühl wie nach einem Ablass unserer Sünden: Der Orange Man Bad ist schlimmer als ich! Die USA sind schlimmer als Deutschland! Also bin ich im Kontrast dazu ein guter Mensch! Und mein Land ist im Kontrast dazu ein gutes Land! Wie schön. Gut, dass es das Böse gibt! Wenn es das nicht gäbe, müsste man es erfinden, damit es etwas gibt, gegen das „wir Guten“ uns abgrenzen können …

Sind wir uns da einig?

Kommunikation bedeutet wörtlich „gemeinsam machen“ – wenn ihr in eine Kommunikation eintretet, also zum Beispiel mit jemandem sprecht, dann wollt ihr mindestens implizit damit Anschluss herstellen, ihr wollt, dass das Gespräch weitergeht, ihr wollt damit eine wie auch immer geartete Form von Gemeinschaft initiieren oder fortführen. Sonst wäre es ja auch nicht Kommunikation, sondern Exkommunikation – also der Ausschluss von Gemeinschaftsmitgliedern.

Ihr könntet zum Beispiel über das Wetter reden, das hat genau diese Funktion: Etwas sagen, das möglichst gut anschlussfähig ist, weil das Verständnis unabhängig von den Gesprächspartner fast universell ist. In unserer Kultur ist gespeichert, dass Sonne und Wärme etwas Gutes sind und kühles, nasses Wetter eher etwas schlechtes. Wenn wir übers Wetter reden, können wir das also mit großer Sicherheit so tun, dass wir Zustimmung bekommen und das gute Gefühl der Einigkeit produzieren. Regen? Blöd. Ja, blöd. Finden wir auch. Oder Stau! Eindeutig schlecht. Im Stau gestanden? Das ist nicht schön. Wir standen selber mal… Keiner findet Stau schön. So kann Kommunikation fließen, geht vorwärts, bleibt in Gang.

Aber wir können ja nicht immer nur über das Wetter und den Stau reden. Was ist noch unbedenklich anschlussfähig? Gar nicht so einfach. Unsere Gesellschaft ist bereits sehr ausdifferenziert und differenziert sich immer weiter aus. Meinungen, Interessen, Bedürfnisse, Wünsche usw. werden immer verschiedener.

Fußball? Hm. Nicht jeder ist Fußballfan, damit schließt man schon einige aus. Dieter Bohlen? Ja, den findet fast niemand sympathisch, aber über den wird nicht mehr oft genug geredet. Merkel? Allgegenwärtig, aber kein Thema, bei dem Einigkeit herrscht. Die Gefahr ist zu groß, wahlweise auf einen Merkeltreuen oder einen Merkelgegner zu treffen. Also umschiffen Viele diese öffentliche Figur in letzter Zeit im Smalltalk lieber. Corona? Ja, das betrifft jeden. Und Corona finden natürlich alle blöd. Aber die Meinungen zu den Corona-Maßnahmen der Regierungen gehen bereits zu stark auseinander, es gibt bei diesem Thema keine kulturell gespeicherte Einigkeit.

Bei Trump schon.

Also Trump-Bashing, um in der Ablehnung, ja in der gemeinsamen Abscheu Einigkeit zu spüren und sich der Einigkeit zu vergewissern. Und das würde auch eine Antwort beinhalten auf die weiterführende Frage, warum das Trump-Bashing derzeit so stark ausgeprägt ist, dass keine einzige Nachrichtensendung im TV oder im Radio vergeht und keine einzige Ausgabe einer Tageszeitung erscheint, ohne dass darin schlecht über Donald Trump geredet oder geschrieben wird. Teilweise haben die Journalisten sprachlich regelrecht Schaum vor dem Mund, so angewidert scheinen sie zu sein.

Die Diagnose wäre dann: Unser Land ist sich in so vielen Fragen so uneinig, dass eigentlich nur noch Trump übrig ist, um als das größte Feindbild in der öffentlichen Kommunikation herzuhalten. Gleichzeitig ist das Bedürfnis nach Einigkeit groß. Also wird die Hetze gegen Trump um so heftiger.

Ja, Hetze kann man das schon nennen. Was soll es denn sonst sein? Außerdem ist das allgegenwärtige Trump-Bashing natürlich eine gigantische Anmaßung und Herablassung. Überlegt mal. Wenn jemand behauptet, dass man nur einigermaßen denken können müsse und es dann selbstverständlich sei, dass man Trump nicht wählen könne – dann behauptet derjenige en passant, dass etwa die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung zu dumm zum Denken sei.

Unten durch

Die Frage, die ich mir allerdings stelle, ist: Ist das Ganze überhaupt ein neues Phänomen? Gehetzt wurde ja schon immer, Sündenböcke, Buhmänner, schwarze Schafe und die Pflege gemeinsamer Feindschaften gehören vielleicht einfach dazu.

Meiner Beobachtung nach hat sich aber schon etwas verändert: Ich kann mich noch lebhaft an eine Zeit erinnern, in der wir Deutschen uns in grundsätzlichen Fragen viel einiger waren, was zur Folg hatte, dass man öffentlich und privat zu fast allen Themen unterschiedliche Positionen austauschen konnte, ohne dafür als Mensch verurteilt zu werden. Heute gibt es in sehr vielen Fragen eigentlich keine unterschiedlichen Positionen mehr, sondern nur noch unvereinbare Weltanschauungen. Ihr könnt zum Beispiel heute zum Klimawandel keine andere Meinung mehr haben als die öffentlich akzeptierte, ohne vollständig und als ganze Person für dumm erklärt, als Verschwörungstheoretiker verurteilt und als ganzer Mensch abgelehnt und ausgeschlossen zu werden. Ihr könnt heute aus sozialen Netzwerken fliegen oder euren Job verlieren, wenn ihr eine „falsche“ Meinung äußert, z.B. zum Geschlecht von Topführungskräften in der Wirtschaft. Mit Trump ist es ganz ähnlich. In vielen Kreisen wäre einer, der sich als Trump-Fan zu erkennen gibt, glatt und vollständig unten durch.

Ich halte diese Tendenz für antiaufklärerisch, für antipluralistisch und für eine Form von Verrohung des öffentlichen Diskurses und bin erstaunt, wie sehr das um sich greift.

Darum bin ich auch gespannt, wie dieser Text aufgenommen werden wird, weil er ja nicht das gesellschaftliche Standardnarrativ vertritt. So nach dem Motto: Wer nicht für das Kollektiv ist, ist gegen das Kollektiv. Ich vermute, der Text könnte absichtlich oder unabsichtlich missverstanden werden als Stellungnahme pro Trump. Darum sage ich lieber nochmal deutlich, dass ich mich keineswegs für ihn einsetze. Allerdings auch nicht gegen ihn: Ich bin nicht gegen Trump, ich bin gegen Hetzerei.

Dabei ist mir schon klar, dass die Kommunikation macht, was sie will und dass es diesen kollektiven Hass einfach gibt. Ich kann mir das ganz dolle wegwünschen, ändert aber nichts. Achtsamer sein hilft dagegen auch nicht. Es scheint ein Phänomen unserer Zeit zu sein.

Wenn Ihr Zweifel an meinen Erklärungsversuchen habt und findet, dass das Trump-Bashing gar kein gesellschaftliches Phänomen ist, sondern dieser Trump schlicht einfach nur ein ganz, ganz schlimmer Mensch sei, könnt ihr ja einfach mal den Test machen und die Sache umkehren. Bei einer der vielen Gelegenheiten, in denen eure Zeitgenossen unverhohlen und genüsslich über Trump lästern, höhnen und schimpfen, könnt ihr einfach mal ganz ruhig und ernst sagen: Ich würde den wählen. Und beobachtet dann, was passiert. Ich hol mir schon mal das Popcorn …


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  • Wagner
    23. Oktober 2020 at 13:14

    Immer wieder gut Ihre Gedanken zu lesen und sich damit auch etwas länger auseinanderzusetzen.
    Ein gegenseitiges Hetzen und aufwiegeln halte ich für Brandgefährlich.
    Aus Worten werden möglicherweise Taten… .
    Beste Grüße

  • Wilfried Stoll
    23. Oktober 2020 at 13:34

    Danke! Sehr bedenkenswert! Das Denken und die Selbstreflektion sind angestoßen!
    Erster Reflex: Mist, erwischt!
    Später ggf. mehr.

  • Ute Juschkus
    23. Oktober 2020 at 13:35

    Sehr gut gedacht und geschrieben.

  • Mike
    23. Oktober 2020 at 14:11

    Lieber Lars,
    was ist denn Deiner Meinung nach die „öffentlich akzeptierte“ Meinung zum Klimawandel?
    Ich frage für einen Freund.

    Zum Rest Deiner These: mein Beileid. Wirklich, ich meine es ganz aufrichtig.
    In meinem persönlichen Umfeld ist es heute, genau wie vor 10, vor 20 und vor 30 Jahren, möglich, auch kontroverse Standpunkte zu vertreten, ohne „vollständig und als ganze Person für dumm erklärt“ zu werden.

    Was ich mich Frage:
    Ist es nicht auch „Hetze“, wenn jemand unterstellt, dass man seine Meinung nicht mehr sagen könne, ohne dafür „als ganzer Mensch abgelehnt und ausgeschlossen zu werden“?
    Das ist eine argumentatorische Aufrüstung, die einer sachlichen Diskussion nicht zuträglich ist.
    In einem Artikel, der Kommunikation behandeln will, hätte ich mir sorgfältig gewähltere Worte gewünscht.

  • L F
    23. Oktober 2020 at 16:18

    Lieber Lars,

    interessant analysiert. Entrüstung erhöht uns für einen kurzen Moment. Trump provoziert, weil der Konflikt besser zu ihm passt. Er gilt als unmoralischer Mensch und wirkt für uns Europäer laut und gefährlich. Mein Bauch sagt: Ungeeignet für solch‘ große Verantwortung. Mein Hirn wundert sich, dass die andere Seite nichts Besseres zu bieten hat. Was Denk- und Sprechverbote betrifft, brauchen wir nicht nach USA blicken. LG

  • P. Pfeiffer
    23. Oktober 2020 at 17:46

    Der Ansatz hat was, also mal auszuprobieren, wie sich ein Gesprächspartner verhält, wenn man sich gegen eine landläufige Meinung positioniert und dann zu erleben was wohl passiert.
    Man muss aber aus der Nummer auch wieder rauskommen, wenn man im Grunde seines Herzens die Meinung der Mehrheit teilt und seine Äußerung als Experiment outen will.

    Es gibt aber auch bei mir keinen Zweifel an der These, dass Hetze in unserer Gesellschaft ein immer größeres Problem für unser Zusammenleben darstellt. Es führt dazu, dass weniger „mutige“ Menschen verstummen und nicht mehr wagen eine andere, als die um sie herum vorherrschende, Meinung zu vertreten.

  • Andreas Kunze
    23. Oktober 2020 at 17:47

    Hallo Herr Vollmer,
    die Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen und auch ich habe den Eindruck, dass sich manche Nachrichtenmacher gerne mal auf bestimmte Themen oder Personen „einschießen“, weil sie merken, dass dies in der Bevölkerung gerade resonanzfähig ist und das finde ich nicht gut. Auch gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass die ursprüngliche, sachliche Berichtsform in den Nachrichten immer häufiger in einen kommentierten Bericht übergeht und das nervt!
    Im Fall von Herrn Trump sieht das für mich ebenso aus, wobei man schon feststellen muss, dass er es einem mit so mancher Äußerung schwer macht, sachlich zu bleiben. Dennoch finde ich Ihre Anregung gut, hier noch einmal einen Schritt zurück zu treten, um sich das ganze Bild zu machen.

  • Tobias Schlotz
    24. Oktober 2020 at 09:51

    Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden

    Lieber Lars Danke Danke für Deinen Mut

  • Dagmar
    24. Oktober 2020 at 13:07

    Lieber Lars, wie so oft ein sehr anregender Text und was wäre es mir für ein Vergnügen, mit dir (und anderen) darüber ins Gespräch zu kommen… Heute aber hier mein spontaner Gedanke: das gibt und gab es doch schon immer. Früher hat wir den kalten Krieg. Da waren die Feindbilder sehr klar. Psychologen und Soziologen sprechen vom in-and out group-Effekt. Aber es hat sich mit dem Wegfall der klaren Blöcke vielleicht verschoben. Wann ist denn “political correctness”, “das ist aber nicht pc” etc. aufgekommen? Das ist ja auch total nervig gewesen… Und wie so oft ist es bereichernd über diese Phänomene zu reflektieren, denn auch wenn es typische soziale Phänomene sind (?), gibt es teils schädliche Effekte. Und daher Danke für den Anstoß.

  • Alexander
    26. Oktober 2020 at 14:24

    Stimmt absolut. Raus aus der eigenen Box – auch wenn´s kurze Zeit weh tut. Der Lohn ist Weitblick.

  • Sascha
    27. Oktober 2020 at 11:21

    …ja, ja und ja…das Empfinden, entweder man ist dafür (oder dagegen, bei was auch immer!) oder man ist der Feind, beobachte ich schon seit einigen Jahren, und es wird schlimmer. Ein Austausch von Gedanken, GEDANKEN! Ideen, IDEEN! oder gar Meinungen ist nur noch im engsten Freundeskreis (und auch da wird es teilweise dünn) möglich. Es sind nur Gedanken, Ideen…nichts ist gehauen oder gestochen; der Austausch ist nötig, um eine Meinung bilden zu können, ändern zu können, Sichtweisen/Blickwinkel zu erweitern, Fakten zu erfahren und auszutauschen.
    Aber, sobald man etwas hinterfragt, einfach mal nur eine Idee oder einen Gedanken einwirft, geht es los….die Hetze, das in Schubladengestecke, das Abwerten.
    Es erinnert mich Nordkorea, brauchen wir wirklich eine so allgegenwärtes gemeinsames Feindbild um zusammen bestehen zu können? Sind wir so ungefestigt und verwirrt, um auf solche primitiven Verhaltenweisen zurückgreifen zu müssen…
    Was kann ich, was können wir tun…..?

  • Birgit Sturm
    30. Oktober 2020 at 12:49

    Danke für diesen Beitrag, der mir aus der Seele spricht! Das sich immer mehr verbreitende Bashing als Volkssport bereitet mir Sorge. Über andere Menschen herzuziehen spiegelt so viel Geringschätzung. Wo bleibt die Wertschätzung für andere und auch für uns selbst? Ihr Artikel macht darauf aufmerksam, dass es für ein konstruktives Miteinander hilfreich ist, manche unbedachte Äußerung lieber sein zu lassen.

  • Uli
    2. November 2020 at 14:32

    Na ja, immer schwiereig aus „Kommunikation“ irgendwas sehr gescheit lautendes raus zu deuten. E’s scheint mir auch dass im Prinzip die Vollmer-Ausführungen genau dem gleichen Muster folgt (bashing the bashing, belehre die belehrenden, verurteile die Verurteilenden, usw.) Ich schließe micjh „Mike“ an, dass so eine „Meinungsäußerung“ nichts aber auch gar nichts hilft. Man siehts an zahlreichen Kommentaren die in die Seifenblase hupen… ;o)

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